Entscheidende Phase im Prozess gegen Messerstecher

Im Juni 2021 attackiert ein Mann in Würzburg schier wahllos Passanten mit einem Messer. Drei Frauen sterben. Jetzt sollen zwei Psychiater dem Landgericht ihren Eindruck von dem Beschuldigten schildern.
Eine Darstellung der Göttin Justitia. © Carsten Koall/dpa/Symbolbild

Mehr als ein Jahr nach der tödlichen Messerattacke eines wohl psychisch kranken Mannes in Würzburg mit drei Toten sind nun die psychiatrischen Gutachter am Zug. An diesem Freitag sollen sie vor dem Landgericht Würzburg berichten, welchen Eindruck sie von dem Beschuldigten haben und warum dieser ihrer Ansicht nach bei der Tat im Juni vergangenen Jahres schuldunfähig war. Die im Ermittlungsverfahren beauftragten Sachverständigen waren nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamts und der Generalstaatsanwaltschaft München unabhängig voneinander zu diesem Ergebnis gekommen.

Stimmen in seinem Kopf sollen den Flüchtling aus Somalia zu dem Angriff auf ihm offensichtlich unbekannte Menschen gebracht haben. Befürchtungen kurz nach der Tat, der Flüchtling habe aus terroristischen Gründen oder religiösen Überzeugungen gehandelt, bestätigten sich in dem seit April laufenden Sicherungsverfahren bisher nicht. Hinweise auf Mitwisser oder Mittäter sowie auf einen extremistischen Hintergrund gibt es ebenso wenig. Drogen oder Alkohol hatte der Mann laut toxikologischem Gutachten nicht eingenommen.

Nach den psychiatrischen Gutachten wird die Beweisaufnahme wahrscheinlich abgeschlossen sein, wie ein Landgerichtssprecher sagte. Dann könnten am kommenden Montag (25.7.) Generalstaatsanwaltschaft und Nebenklage plädieren, am Dienstag (26.7.) voraussichtlich die Verteidigung. Ein Urteil wäre am 28. oder 29. Juli denkbar. Das Verfahren war vorsorglich bis September terminiert worden, kam aber zuletzt schneller voran.

Der Beschuldigte hatte am 25. Juni 2021 in der Innenstadt von Würzburg drei ihm unbekannte Frauen mit einem Messer getötet. Zudem gab es vier schwer verletzte Frauen. Ein damals elf Jahre altes Mädchen und ein 16-Jähriger wurden ebenfalls schwer verletzt. Hinzu kamen drei Leichtverletzte. Der Mann um die 30, dessen genaues Alter den Behörden nicht bekannt ist, hat die Vorwürfe eingeräumt und sein Bedauern ausgedrückt.

Die Generalstaatsanwaltschaft glaubt, er habe aus Hass auf Deutschland gehandelt. Sie will ihn dauerhaft in einer Psychiatrie unterbringen lassen, weil er allgemeingefährlich sein soll.

© dpa
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