Verrücktes 3:3: Choupo-Moting wahrt Kameruns Hoffnung

Sie lagen 1:3 zurück und schienen kurz vor dem Aus, doch dann erkämpfte sich Kamerun noch einen Punkt gegen Serbien. Eric Maxim Choupo-Moting vom FC Bayern bewahrte zumindest einen Funken Hoffnung.
Kameruns Eric Maxim Choupo-Moting und Serbiens Strahinja Pavlovic im Zweikampf. © Pavel Golovkin/AP/dpa

Kapitän Eric Maxim Choupo-Moting hat Kamerun zumindest minimale Chancen auf das Weiterkommen bei der Fußball-WM in Katar gewahrt. Der Torjäger des FC Bayern München erzielte beim verrückten 3:3 (1:3) gegen Serbien im zweiten Gruppenspiel den Ausgleich (66.). Allerdings brauchen die «Unzähmbaren Löwen», deren Trainer Rigobert Song vor dem Turnier offen vom Halbfinale geträumt hatte, zum Abschluss gegen Turnier-Favorit Brasilien einen Sieg, um noch eine Chance auf das Achtelfinale zu haben. 

Die zum Auftakt 0:2 gegen Brasilien unterlegenen Serben, bei denen FIFA-Ermittlungen wegen einer nationalistischen Fahne für Unruhe gesorgt hatten, verspielten vor 39 789 Zuschauern eine 3:1-Führung und damit eine gute Ausgangsposition für das abschließende Gruppenspiel gegen die Schweiz. Nachdem Innenverteidiger Jean-Charles Castelletto Kamerun in der 29. Minute in Führung gebracht hatte, drehten Abwehr-Talent Strahinja Pavlovic (21.) von RB Salzburg (45.+1) als jüngster serbischer WM-Torschütze überhaupt, Sergej Milinkovic-Savic (45.+3) und Aleksandar Mitrovic (53.) zunächst das Spiel. Doch Kamerun kam durch den Doppelschlag von Joker Vincent Aboubakar (64.) und Choupo-Moting zurück.

Während bei den Serben der frühere Frankfurter Filip Kostic nach überstandener Oberschenkel-Verletzung ins Team rückte, sein Turiner Club-Kollege Dusan Vlahovic aber weiter fehlte, nahm Song überraschend einen Torhüter-Tausch vor. André Onana von Inter Mailand musste nach übereinstimmenden Medienberichten aus disziplinarischen Gründen auf die Bank. Ihn ersetzte Devid Epassy vom Abha Club aus Saudi-Arabien.

Trotz des 0:1 zum Auftakt gegen die Schweiz hatten die Kameruner nicht ihren Optimismus verloren. Und auch nicht ihre Lebensfreude. Wie vor dem Schweiz-Spiel stiegen sie bei der Ankunft singend und tanzend aus dem Mannschafts-Bus. Bei den Serben war die Stimmung deutlich angespannter. 

Dennoch wäre das Team des früheren Weltklasse-Spielers Dragan Stojkovic beinahe schnell in Führung gegangen, doch der sonst so treffsichere Mitrovic vergab zweimal in aussichtsreicher Position. Der Mittelstürmer, der Fulham im Vorjahr mit 43 Saisontoren in die Premier League geschossen hatte und dort mit neun Treffern Vierter der Torschützenliste ist, traf in der elften Minute den Innenpfosten und vergab fünf Minuten später sogar eine hundertprozentige Chance: Nach zwei Querschlägern in der Kameruner Deckung kam er aus zehn Metern zentral frei zum Schuss, schoss aber daneben.

In Führung gingen stattdessen mit der ersten gefährlichen Aktion die Afrikaner. Eine Ecke des Ex-Mainzers Pierre Kundé verlängerte Nicolas Nkoulou und Castelletto schob am langen Pfosten ein. Der starke Kundé hatte nach eigener Balleroberung das 2:0 auf dem Fuß, vergab aber zweimal (42.). Stattdessen drehte sich das Spiel durch den serbischen Doppelpack in der Nachspielzeit komplett. Erst traf Pavlovic per Kopf nach einer Ecke, dann Milinkovic-Savic per Flachschuss aus 18 Metern. Kurz nach der Pause vollendete dann auch Mitrovic einen sehenswerten Spielzug über sieben Stationen, doch Kamerun gab nicht auf. Joker Aboubakar traf zuerst selbst, dann legte er Choupo-Moting sehenswert auf.

© dpa
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