Streitobjekt wider Willen: Pavards Krise in Katar

Es schien alles bereitet für ein tolles Turnier für Bayern-Abwehrspieler Benjamin Pavard mit Frankreich. Doch bisher lief für ihn persönlich in Katar alles schief.
Benjamin Pavard vom FC Bayern spielt den Ball. © Tom Weller/dpa

Zur WM ist Benjamin Pavard mit einem guten Gefühl aufgebrochen. Beim Titelgewinn 2018 mit Frankreich hatte der Abwehrspieler ein starkes Turnier gespielt, er schien als Rechtsverteidiger gesetzt und Katar war auch ein gutes Omen für ihn: Im Januar 2021 schoss er im Finale der Club-WM hier das einzige Tor zum Finalsieg des FC Bayern gegen das mexikanische Team Tigres UANL.

Zwei Wochen nach Turnierstart sieht aber alles anders aus. In den beiden letzten Gruppenspielen wurden ihm gelernte Innenverteidiger rechts hinten vorgezogen. Trainer Didier Deschamps kritisierte ihn öffentlich ungewohnt harsch, indem er sagte, seine schwache Leistung beim 4:1 gegen Australien zum Auftakt habe ihm «mental wie körperlich nicht gutgetan».

Und in der Mannschaft ist der 26-Jährige, glaubt man der für gewöhnlich gut informierten Sporttageszeitung «L'Equipe», zum Streitobjekt geworden. Während sich einige Spieler wie der gegen Australien vor ihm spielende Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé angeblich bei Deschamps über ihn beschwert haben, springen ihm Führungsspieler und langjährige Freunde wie Kapitän Hugo Lloris oder Sturm-Routinier Olivier Giroud zur Seite. Wenn dies stimmt, bedroht Pavard den Mannschafts-Frieden - ohne aktiv etwas dafür zu können.

Die Franzosen hoffen, dass das Turnier für sie noch lange geht und nicht mit dem Achtelfinale am Sonntag (16 Uhr MEZ/ZDF und Magenta TV) gegen Polen endet. Somit könnte in Katar noch viel passieren. In alle Richtungen. Nach dem abschließenden 0:1 in der Gruppe gegen Tunesien, als nicht mal in einem B-Team für Pavard Platz war, sagte sein langjähriger Förderer Deschamps aber, er sei «nicht im richtigen Zustand zu spielen».

Das klingt nicht nach einem baldigen Einsatz. Doch die «L'Equipe» erinnert an einen Song, den die französischen Fans ihm einst gewidmet haben. «Benjamin Pavard, il sort de nulle part... » heißt dieser Pavard kommt demnach aus dem Nichts. Und vielleicht erlebt er in Katar ja doch ein zweites Happy End in knapp zwei Jahren.

© dpa
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