Weiter Dürre im Norden, Hitze auch im Süden

Bayern steht die nächste Hitzewelle bevor. Die Bauern im Norden müssen weiter auf den so wichtigen Landregen warten. Und auch für die Wälder spitzt sich die Lage wieder zu. Rekordtemperaturen mit Gefahren für den Organismus sind aber in dieser Woche nicht in Sicht.
Menschen kühlen sich an einem warmen Sommertag in einem Fluss in der nähe von Bamberg ab. © Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Wohl dem, der frei hat und ins Freibad kann: In Bayern wird es bis zum Wochenende wieder hochsommerlich heiß. Mit einer Rekord-Hitzewelle rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Freistaat allerdings zunächst nicht, wie Meteorologe Guido Wolz in München sagte.

Zwar könnten es bis Donnerstag vor allem im temperaturgeplagten Unterfranken bis zu 33 Grad Celsius werden. Aber vom bayerischen Allzeithoch in Kitzingen am Main mit 40,3 Grad im Jahr 2015 sei dies noch weit entfernt. Weil es vielerorts wie in Franken in den vergangenen Wochen viel zu wenig geregnet hat, steigt die Waldbrandgefahr - Stufe 4 und damit die zweithöchste auf der Skala wird für weite Teile des Freistaats erwartet.

Nach einem Dienstag mit bis zu 30 Grad am Untermain und 23 Grad in den Alpentälern könnten die Temperaturen am Mittwoch und Donnerstag auf 27 bis 33 Grad klettern. «Es bleibt trocken, und es scheint, von einigen Wolkenfeldern mal abgesehen, überwiegend die Sonne», sagte Wolz. «Es ist gebietsweise hochsommerlich heiß.» Am Freitag könnte es etwas kühler werden mit 23 bis 28 Grad, am Wochenende dann wieder hochsommerlich um die 30 Grad. «Die Chance, dass bis Sonntag ein Temperaturrekord erreicht wird, ist nach meinem Dafürhalten eher gering.»

Dass es vor allem in Unterfranken oft sehr heiß ist, liegt Wolz zufolge unter anderem an der Höhe. «Das ist die niedrigste Region in Bayern», Kitzingen liege etwa 200 Meter über dem Meeresspiegel. Zudem ist es in der Region immer viel trockener als im Süden.

Heuer sind die Körner auf den Feldern in Franken notreif, die Ernte hat zwangsweise gut 14 Tage früher als sonst begonnen. «Bei den meisten Feldern ist nichts mehr zu retten», sagte kürzlich Hermann Greif, oberfränkischer Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes.

Laut DWD war der Juni ein Monat der Extreme. In Unterfranken war es sehr trocken. Hier fielen im ganzen Monat nicht einmal 20 Liter Regen je Quadratmeter. Im Süden und Südosten hingegen gab es heftige Gewitter mit Starkregen und Hagelschlag - am 27. Juni wurden am Alpenrand Korndurchmesser von sieben Zentimetern gemessen.

Wolz rechnet damit, dass sich diese Entwicklung diese Woche fortsetzen wird. In Unterfranken und Teilen von Mittelfranken, der Oberpfalz und Niederbayern habe es bisher stellenweise sehr wenig geregnet - anders als im Alpenvorland vom südlichen Bayerischen Wald Richtung Allgäu.

© dpa
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