Osterausflüge: Drei Tote in den Bergen

18.04.2022 Sonne satt um Ostern, aber der große Ansturm auf die Ausflugsregionen im Süden blieb aus. Trotzdem gab es mehrere tödliche Unfälle in den Bergen. Damit setzt sich ein unglücklicher Trend fort.

Ein Absperrband der Polizei. © Daniel Vogl/dpa/Symbolbild

Ein Osterfest voller Sonne, doch bei den Bergunfällen gibt es erneut eine düstere Bilanz. Drei Menschen kamen seit Donnerstag in den bayerischen Bergen ums Leben. In allen Fällen rutschten die Wanderer laut Polizei auf Altschnee aus. Noch vor Ostern hatten Polizei und Bergwacht vor winterlichen Verhältnissen und gefährlichem Altschnee in höheren nördlichen Lagen gewarnt und gute Ausrüstung angemahnt.

Am Sonntag bargen Beamte der Alpinen Einsatzgruppe am Fuße der Zugspitze ein Ehepaar tot. Die 55-jährige Frau und und ihr fünf Jahre älterer Mann waren in Turnschuhen in alpinem Gebiet unterwegs. An einem komplett verschneiten, nordseitigen Wegabschnitt verloren sie den Halt. Das Schuhwerk der beiden und auch die restliche Ausrüstung seien für eine derartige Unternehmung völlig unzureichend gewesen, erläuterte die Polizei.

Am Donnerstag starb ein 27-Jähriger im Karwendel. Der erfahrene Wanderer war allein in Richtung westlicher Karwendelspitze aufgebrochen und ebenfalls auf schneebedecktem Untergrund ausgerutscht, wie die Beamten berichteten.

Mit den drei Todesfällen setzt sich ein trauriger Trend der vergangenen Monate fort. Allein in diesem Jahr gab es nunmehr bereits 19 tödliche Unfälle in dem Gebiet von Berchtesgaden bis zur Zugspitze. Im vergangenen Jahr zählten die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in diesem Bereich 55 Bergtote - schon hier sprach Pressesprecher Stefan Sonntag von einem «traurigen historischen Rekord». In früheren Jahren seien es im Schnitt 30 bis 40 Todesfälle im gesamten Jahr gewesen.

Auch Verletzte mussten Bergretter über Ostern bergen. In den Berchtesgadener Alpen rutschte am Freitag eine 56 Jahre alte Jägerin auf dem regennassen Weg aus und fiel etwa 30 Meter einen Hang herunter. Ebenfalls im Berchtesgadener Land kam ein achtjähriges Mädchen mit einem Kettcar von der Straße ab und stürzte 50 Meter eine Böschung hinunter. Beide verletzten sich schwer.

Doch nicht nur in den Bergen kam es zu Unfällen - auch auf dem Wasser: In Kressbronn am Bodensee (Bodenseekreis) gerieten am Samstag drei Menschen in Seenot und mussten gerettet werden; ihr Segelboot war gekentert. Die Besatzung des Bootes blieb abgesehen von einer leichten Unterkühlung unverletzt.

Auf den Straßen war vergleichsweise wenig los: Der ADAC sprach von «österlicher Ruhe». Erst am frühen Montagnachmittag gab es auch in Bayern auf einigen Autobahnen stockenden Verkehr und Stau. «Der Rückreiseverkehr rollt an», bemerkte eine Sprecherin des ADAC am Montag dazu. Insgesamt waren laut einem Polizeisprecher in den Bergen nicht mehr Ausflügler unterwegs als sonst an sonnigen Tagen.

Viele zog es weiter weg in den Süden. Von Freitag bis Montag zählte der Flughafen München rund 3200 Starts und Landungen mit rund 350 000 Passagieren. Das sei «sehr, sehr viel mehr» als im vergangenen Jahr, sagte Flughafensprecher Robert Wilhelm. Es habe etwa vier Mal mehr Flüge als 2021 gegeben. Eines der beliebtesten Ziele sei Mallorca gewesen. Außerdem zog es die Urlauber nach Spanien, Italien und Griechenland. Auch Ägypten sei wieder sehr beliebt.

Dennoch erreichten die Flugzahlen nicht das Niveau wie vor Corona: Die Zahl der Flüge habe etwa bei 75 Prozent im Vergleich zu 2019 gelegen, sagte Wilhelm. Die Fluggäste seien gut vorbereitet gewesen. Es habe keine Probleme gegeben mit Testnachweisen und Einreiseformularen. Auch Ausfälle beim Personal behinderten den Reiseverkehr nicht.

Nach viel Sonne auch am Ostermontag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die kommenden Tage mit teils bewölktem Himmel in Bayern und vereinzeltem Niederschlag zwischen Bayerwald und östlichen Alpen.

© dpa

Weitere News

Top News

People news

Kriminalität: Salman Rushdie auf Bühne mit Messer angegriffen

Fußball news

Sport Fußball News: 2. Fußball-Bundesliga: Alle Spiele im Live-Ticker

Musik news

Street Parade 2022: Riesige Techno-Party nach Corona-Pause in Zürich

Tv & kino

Goldener Leopard: Überraschende Jury-Entscheidungen beim Filmfest Locarno

Job & geld

Geld vom Staat: Förder-Reform: Das müssen Sie für Ihre Sanierung wissen

Auto news

Porsche 911 „Sally Special“: Comic-Carrera wird Wirklichkeit

Internet news & surftipps

«Lohnfindungsprozess»: Verdi ruft Beschäftigte bei Amazon zum Streik auf

Internet news & surftipps

Unternehmen: Südkoreas Präsident begnadigt Samsung-Erbe

Empfehlungen der Redaktion

Regional bayern

Berchtesgadener Land: Bergsteiger überlebt Absturz über 120 Meter

Regional bayern

Wanderungen: Wieder Bergunfälle in den Alpen: Junge Urlauberin stirbt

Regional bayern

Unfälle: Bergwacht zur Wintersaison: Viele Todesfälle beim Wandern

Panorama

Tourismus: Schon viele Tote in den Bergen: «trauriger Rekord»

Reise

Einsatzreiche Wintersaison: Bergwacht: Viele Todesfälle beim Wandern

Reise

Noch winterliche Verhältnisse: Bergwacht: Schon viele Tote in den bayerischen Alpen

Regional bayern

Unfälle: Schon viele Bergtote: «Trauriger historischer Rekord»

Regional bayern

Wetter: Wolken am Alpenrand, sonst Sonne satt: Sommer kehrt zurück