USA erlegen Allianz für Fondsverluste harte Strafe auf

Im Frühjahr 2020 reichten große Kunden der Allianz in den USA wegen hoher Fondsverluste Milliardenklagen ein. Die Ermittlungen der US-Behörden enden für den Münchner Dax-Konzern teuer und unerfreulich.
Eine Fahne mit dem Logo und dem Schriftzug der Allianz weht im Olympiapark. © Alexander Heinl/dpa/Symbolbild

Die US-Regierung erlegt der Allianz nach Fondsverlusten in Milliardenhöhe wegen Betrugsvorwürfen eine harte Strafe auf: Der Münchner Konzern muss Strafe in mindestens dreistelliger Millionenhöhe zahlen, außerdem darf die verantwortliche Vermögensverwaltung Allianz Global Investors ihr US-Geschäft nicht mehr in der bisherigen Form weiterführen. Deswegen wird die US-Gesellschaft der AGI in den USA ihr dortiges Geschäft mit etwa 120 Milliarden Dollar Kundengeldern auf einen «neuen US-Partner» übertragen, wie die Allianz am Dienstag in München mitteilte.

Große US-Anleger hatten im März 2020 mit AGI-Fonds laut Börsenaufsicht SEC fünf Milliarden Dollar verloren und anschließend Milliardenklagen gegen die Allianz eingereicht. Die SEC gab bekannt, den zur Allianz gehörenden Vermögensverwalter AGI und die drei beschuldigten Manager wegen eines «massiven Betrugskomplotts» zur Verantwortung zu ziehen.

Laut SEC zahlt die Allianz zur Klärung der Vorwürfe mehr als eine Milliarde Dollar an die Börsenaufsicht. Die Allianz selbst sprach in ihrer Mitteilung hingegen von 675 Millionen Dollar Strafe an die SEC, weitere 174,3 Millionen gehen demnach als «Gewinnabschöpfung» an das US-Justizministerium. Diese Summen sind laut Allianz die Nettozahlungen.

Die SEC geht davon aus, dass die drei beschuldigten Manager seit 2016 insgesamt sowohl gut 114 Kunden als auch die Aufsicht über die wahren Risiken der so genannten Structured Alpha Fonds täuschten. Die Münchner Konzernzentrale räumte in ihrer Mitteilung kriminelles Fehlverhalten einiger weniger AGI-Mitarbeiter ein, die mittlerweile nicht mehr bei dem Konzern beschäftigt seien. Ermittelt hatte neben der SEC das Ministerium in Washington. Eingeschaltet hat sich laut SEC auch die Staatsanwaltschaft mit parallelen Vorwürfen, demnach haben die drei Manager Schuldeingeständnisse abgegeben.

Laut Allianz bringen die Zahlungen an die US-Behörden keine weiteren finanziellen Belastungen für den Dax-Konzern mit sich. Denn die Allianz hatte bereits 5,6 Milliarden Euro zurückgelegt, den Großteil davon für Vergleiche mit den Großkunden - institutionellen Anlegern, zu denen laut US-Medienberichten unter anderem die Gewerkschaft Teamsters gehörte.

Die Kunden hatten die AGI 2020 verklagt, weil der Vermögensverwalter während des Börsenbebens zu Beginn der Corona-Pandemie bei bestimmten Fonds von der vereinbarten Strategie abgewichen sei. Das Unternehmen hatte die Anschuldigungen zunächst zurückgewiesen. Doch die US-Behörden stufen die Verluste als Kriminalfall ein.

Die Allianz zählt zu den größten Vermögensverwaltern der Welt, Ende vergangenen Jahres hatten Kunden den beiden Tochtergesellschaften AGI und Pimco fast 2 Billionen Euro anvertraut. Die AGI ist die kleinere der beiden Gesellschaften, wesentlich größer ist das US-Unternehmen Pimco, das jedoch weder an den Verlusten noch an den folgenden rechtlichen Auseinandersetzungen beteiligt war. Wer der neue US-Partner der AGI sein soll, ließ die Allianz offen. AGI soll eine Beteiligung an der neuen Einheit übernehmen, außerdem soll es eine wechselseitige Kooperation im internationalen Vertrieb geben.

© dpa
Weitere News
Top News
1. bundesliga
Bundesliga: Effenberg: Nagelsmann beim FC Bayern unter Druck
Tv & kino
Featured: The Mandalorian Staffel 3: Das Weltraum-Abenteuer geht weiter
Musik news
Musiker: Phil Collins und Genesis-Kollegen verkaufen Musikrechte
People news
Neuer Monarch: Erste Münzen mit Porträt von König Charles III. vorgestellt
Auto news
Elektrischer Brummer: Mercedes bringt EQS als SUV
Internet news & surftipps
Spiele: Google stellt Games-Streamingdienst Stadia ein
Das beste netz deutschlands
Featured: iPhone 14 (Pro): So nutzt Du den Action Modus für die Kamera
Handy ratgeber & tests
Featured: Welches iPad für die Uni? Das solltest Du beim Kauf beachten
Empfehlungen der Redaktion
Wirtschaft
Prozesse: USA erlegen Allianz harte Strafe auf - Betrugsvorwürfe
Wirtschaft
Luftfahrtkonzern: Boeing einigt sich mit SEC auf 200 Millionen Dollar Strafe
Wirtschaft
USA: Milliardenstrafe für Finanzfirmen wegen Messenger-Diensten
Regional bayern
Quartalszahlen: Gewinneinbruch bei der Allianz
Wirtschaft
Unternehmen: Ernst & Young zahlt 100 Millionen Dollar Strafe in USA
Wirtschaft
Börse in Frankfurt: Dax auf Erholungskurs über 14.000 Punkte
Wirtschaft
Versicherungskonzern: Debakel bei US-Hedgefonds kostet Allianz 5,6 Milliarden Euro
Regional bayern
Gemeinschaftsunternehmen: Allianz will Großversicherer in Afrika werden