Unfälle, Verletzte und Wartezeiten durch Winterwetter

Der Winter hat in Bayern weiter Folgen für Fluggäste, Auto- und Bahnfahrer. Besonders betroffen war eine Münchner S-Bahnlinie - und zum wiederholten Mal Züge rund um Augsburg.
Die Schienen am Münchner Hauptbahnhof sind mit Schnee bedeckt. © Frederick Mersi/dpa

Eisregen, Glätte und Schneefall: In Folge des Winterwetters sind in Bayern auch am Freitag bei Unfällen mehrere Menschen verletzt worden. Autofahrer mussten sich wegen Verkehrsstörungen teils ebenso gedulden wie Bahn- und Flugreisende - auch wenn der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Warnung vor unwetterartigem Glatteis für den Süden des Freistaats am Freitag zunächst aufgehoben hatte.

Besonders betroffen war die Münchner S-Bahnlinie 2 zwischen Erding, Petershausen und Altomünster (beide Landkreis Dachau). So fuhr eine S-Bahn der Linie in Markt Indersdorf (Landkreis Dachau) an einem unbeschrankten Bahnübergang gegen ein Räumfahrzeug. Dessen Fahrer wurde bei dem Unfall schwer verletzt, sein Fahrzeug wurde nach Angaben des Technischen Hilfswerks durch den Aufprall in zwei Teile gerissen. Der Zugführer erlitt einen Schock. Die 15 Fahrgäste in der S-Bahn blieben ersten Polizeiangaben zufolge unverletzt, die Strecke war über mehrere Stunden gesperrt.

Zuvor war in Wörth (Landkreis Erding) ein Baum an einer Haltestelle auf ein Bahngleis gestürzt und hatte dabei die Oberleitung heruntergerissen. Zwei Menschen, eine Frau und ein Ersthelfer, erlitten Stromschläge und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Ob die Esche wegen Schnees und Eis umfiel, war am Freitag zunächst unklar.

Auch in Schwaben mussten Bahnfahrer wieder einiges an Geduld mitbringen. Das Eisenbahnunternehmen Go-Ahead meldete wie schon in den vergangenen Tagen Ausfälle und Verspätungen rund um Augsburg. «Es fahren zwar mehr als die Hälfte der Züge, aber auch hier haben wir immer wieder Fahrzeugstörungen», sagte ein Sprecher. Am Donnerstag hatte das Unternehmen noch einen Pendelverkehr in der Region angekündigt. Damit werde es wegen der anhaltenden Störungen bei den Zügen aber vorerst ebenfalls nichts.

Immerhin seien im Allgäu nach vier Ausfällen in der Früh im Laufe des Freitags wieder alle Züge unterwegs gewesen, wenn auch teils verspätet. Dort wolle das Unternehmen in den kommenden Tagen wie geplant Verbindungen anbieten, «soweit es die Witterung erlaubt».

Die Deutsche Bahn meldete nur vereinzelte Probleme. «Wir sind relativ stabil unterwegs», sagte eine Sprecherin. Am Morgen seien zwischen Freilassing und Berchtesgaden mehrere Züge ausgefallen.

Auf den glatten Straßen gerieten unterdessen zahlreiche Autos und Lastwagen ins Schleudern. Mehr als 70 Unfälle wegen Glätte und Schnee binnen 24 Stunden meldete die Polizei allein im nördlichen Oberbayern. «Das ist definitiv ein erhöhtes Unfallvorkommen, aber in den meisten Fällen sind die Unfälle ohne größere Auswirkungen geblieben», sagte ein Polizeisprecher. Nach einem Unfall bei Moosinning (Landkreis Erding) blieb die Flughafentangente zum Münchner Airport zunächst für mehrere Stunden voll gesperrt, weil ein Sattelzug in den Straßengraben gerutscht war.

Schneefall und die Auswirkungen der Störungen der vergangenen Tage durch gefrierenden Regen führten am Flughafen am Freitag zudem erneut zu Ausfällen. Bis Freitagmittag seien 80 und damit etwa 10 Prozent der Flüge annulliert worden, sagte ein Sprecher des Airports. Weitere 100 waren um mehr als eine halbe Stunde verspätet. «Heute läuft es schon wieder ein bisschen besser, aber es schneit die ganze Zeit», sagte der Sprecher. «Deshalb müssen wir immer wieder eine der Bahnen sperren, um zu räumen.»

Der DWD ging davon aus, dass Glätte und Schneefall Richtung Freitagabend und über die Nacht weniger werden. «Der Spuk mit dem unwetterartigen Glatteis ist jetzt erst mal vorbei und kein Thema mehr», sagte ein Sprecher des Wetterdienstes. Kalt soll es am Wochenende nach DWD-Angaben im Freistaat aber bleiben: Mit Plusgraden ist demnach nur am höheren Alpenrand zu rechnen.

© dpa
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