Söder schließt Mitfinanzierung von neuem Ticket nicht aus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schließt eine Mitfinanzierung des geplanten Nachfolgeangebots für das 9-Euro-Ticket nicht komplett aus. «Ich verschließe mich nicht von vornherein», sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Allerdings sehe er «im Moment wenig Chancen, dass man es so einfach eins zu eins übernehmen kann», fügte der CSU-Chef hinzu.
Ein Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn steht an einem Bahnhof. © Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Die Ampel-Koalition strebt einen bundesweit gültigen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket im Nahverkehr an, und zwar in der Preisspanne von 49 bis 69 Euro pro Monat. Der Bund will 1,5 Milliarden Euro dafür zuschießen, wenn die Länder mindestens ebenso viel zahlen.

Grundsätzlich müsse der Bund, wenn er eine Nachfolgelösung wolle, auch sagen, wie dies funktionieren solle, forderte Söder. «Mit 1,5 Milliarden mal zwei bekommen Sie übrigens auch keine besonders große Ticket-Struktur hin.» Die Mehrzahl der Landesverkehrsminister sei zurückhaltend, weil es gerade für die ländlichen Räume Entlastung brauche. Hinzu komme: Die Kosten für den bestehenden öffentlichen Nahverkehr wüchsen durch die hohen Energiepreise und die Inflation extrem an. «Das heißt die Defizite werden riesig groß werden.»

«Wir hören uns alles an, wir reden auch darüber», sagte Söder. Er nannte den Stil der Bundesregierung, die das Nachfolgeangebot ohne Rücksprache mit den Ländern vorgeschlagen hatte, nicht akzeptabel - nach dem Motto «Friss oder Stirb». Und es werde nur gehen, wenn der Bund auch seine Regionalisierungsmittel für den öffentlichen Nahverkehr erhöhe, betonte Söder. «Denn wir haben gerade in den ländlichen Räumen hohen Bedarf.» In großen Teilen Bayerns brauche es eine Elektrifizierung, zudem müssten Erreichbarkeiten und Takte verbessert werden, und es brauche eine Unterstützung für die zweite Stammstrecke in München. «Also da ist das Ticket nicht die allererste Priorität. Aber wir verschließen uns von vornherein nicht.»

© dpa
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