Neun-Euro-Ticket startet: Pfingstansturm erwartet

Der Start verläuft in geregelten Bahnen. Doch am Pfingstwochenende werden sich womöglich Scharen von Ausflüglern mit neun-Euro-Tickets in Zügen und Bussen drängeln.
Ein Regionalzug steht am Coburger Bahnhof. © Daniel Vogl/dpa

Am Pfingstwochenende wird es auf der Fahrt zu beliebten Ausflugszielen im Freistaat voraussichtlich eng in Bayerns Regionalzügen und Bussen. Am ersten Wochenende, an dem die Bürger das 9-Euro-Ticket nutzen können, rechnen die Verkehrsunternehmen mit weit mehr Fahrgästen als üblich. Der Start der Rabattaktion für den öffentlichen Nahverkehr am Mittwoch hingegen verlief in geregelten Bahnen, wie Deutsche Bahn und mehrere Verkehrsbetriebe berichteten.

«Es gab einen ruhigen Betriebsstart in den ersten Tag des 9-Euro-Tickets», sagte eine DB-Sprecherin. «Es ist absolut normaler Betrieb», hieß es auch bei der die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg. Und auch in München waren nach Einschätzung der Verkehrsbetriebe nicht deutlich mehr Fahrgäste unterwegs als sonst.

Doch am kommenden Pfingstwochenende wird es aller Voraussicht nach weniger gemächlich zugehen. Die Bayerische Regionalbahn, die in Oberbayern unter anderem die bei Ausflüglern beliebten Strecken zum Tegernsee und zum Schliersee betreibt, appelliert in einer Handreichung an ihre Fahrgäste, nicht zu Spitzenzeiten zu fahren, auf großes Gepäck zu verzichten und auch keine Fahrräder mitzunehmen. «Wir meinen das ernst, weil wir mit einem Ansturm rechnen», sagte eine Sprecherin.

«Da gehen wir davon aus, dass es da voller werden könnte», sagte auch eine Sprecherin des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes MVV. Allerdings sei man zu diesen Zeiten schon bislang gut ausgelastet gewesen. Zum Gebiet des MVV gehören unter anderem die Münchner S-Bahnen, die nach Starnberg und Herrsching am Ammersee fahren und schon an gewöhnlichen sonnigen Wochenenden oft sehr voll sind.

Die DB Regio klärt ihre Fahrgäste auf ihrer Webseite über mögliche «zusätzlich erhöhte Auslastung» an den Wochenenden auf. Das betrifft die Werdenfelsbahn Richtung Garmisch-Partenkirchen ebenso wie das Allgäu und regionale Expresszüge von München nach Nürnberg. An Wochenenden und Feiertagen soll an stark frequentierten Bahnhöfen und Stationen Personal für ein reibungsloses Ein- und Aussteigen der Fahrgäste sorgen, außerdem fahren zusätzliche Züge.

Bundesweit waren nach Angaben des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bis zum Start der Aktion sechs Millionen 9-Euro-Tickets verkauft worden, die Hälfte davon über die DB. Wieviele es in Bayern sind, war unbekannt, doch allein der Münchner Verkehrsverbund hatte nach Angaben des Verbands bis Dienstag etwa 150 000 der vom Staat subventionierten Monatskarten verkauft.

Die Berliner Ampelkoalition will mit den 9-Euro-Tickets die Bürger von hohen Energiekosten entlasten und neue Fahrgäste für Bus und Bahn gewinnen.

© dpa
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