München liegt bei Elektroautos vorne: Sorge um Ladesäulen

21.04.2022 München und Ingolstadt haben beim Elektroautoanteil bayernweit die Nasen vorne. Das liegt allerdings auch an den dort beheimateten Unternehmen.

Ein Elektroauto wird an einer Ladesäule geladen. © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

München Stadt ist bundesweit der Zulassungsbezirk mit den meisten Elektroautos. Mit insgesamt 35 127 reinen batteriegetriebenen Stromern und Plug-in-Hybriden schlägt die bayerische Landeshauptstadt sogar das mehr als doppelt so große Berlin knapp, wie aus aktuellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes mit Stand 1. Januar 2022 hervorgeht. Beim Anteil der Elektroautos am Fahrzeugbestand liegen in Bayern allerdings Ingolstadt mit 7,0 Prozent und der Landkreis München mit 5,1 vor München Stadt, das auf 4,7 Prozent kommt.

Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass Ingolstadt und München in der Statistik als Heimat von Audi beziehungsweise BMW von auf die beiden Autohersteller zugelassenen Fahrzeugen profitieren. Für München Land dürfte zudem der Autovermieter Sixt eine Rolle spielen. Auf den Plätzen vier bis zehn im bayerischen Ranking des E-Auto-Anteils finden sich Starnberg mit 3,9 Prozent, die Städte Aschaffenburg, und Schweinfurt mit je 3,7 Prozent, der Landkreis Erlangen-Höchstadt mit 3,5 Prozent, Regensburg Stadt (3,3), Würzburg Stadt (3,2) und der Landkreis Ebersberg mit 3,1 Prozent.

Die niedrigsten E-Auto-Anteile finden sich dagegen in den Landkreisen Kronach mit 1,5 sowie in Cham, und Straubing-Bogen mit je 1,6 Prozent. Bayerweiter Durchschnitt sind 2,6 Prozent - 0,2 Prozentpunkte mehr als deutschlandweit.

Auch bei der Versorgung mit öffentlichen Ladepunkten steht der Freistaat leicht überdurchschnittlich da. Einer Studie der staatlichen KfW-Bank zufolge müssen sich in Bayern 21,9 Fahrzeuge einen Ladepunkt teilen. Bundesweit sind es 23. Dennoch nannten in einer Erhebung des Instituts 58,8 Prozent der in Bayern befragten Haushalte, einen Mangel an öffentlichen Lademöglichkeiten als Hindernis für den eigenen Kauf eines Elektroautos. Das sind etwas mehr als im Bundesdurchschnitt (56,0).

Bundesweit ist der Bestand an Elektroautos laut KfW in den vergangenen zwei Jahren dreimal stärker gewachsen als die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte. «Die Ladeinfrastruktur muss nun mit der dynamischen Entwicklung bei den Elektroautos Schritt halten, um den Umstieg auf die Elektromobilität attraktiv zu machen», forderte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Auch die IHK für München und Oberbayern ist mit der Ladeinfrastruktur nicht zufrieden. «Unsere Unternehmen schildern regelmäßig, dass vor allem die fehlenden Ladesäulen der größte Grund sind, warum sie sich keine E-Fahrzeuge anschaffen», sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. «Wenn wir es wirklich ernst meinen mit einem Umstieg auf E-Mobilität aus regenerativen Energien und Alternativen zu fossilen Energieträgern für Privatleute und Unternehmen, dann braucht es zügig eine flächendeckende Ladeinfrastruktur - und das nicht nur in Städten, sondern auch im ländlichen Raum und am besten europaweit.»

© dpa

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