Mehr Unfälle, Verletzte und Tote auf Bayerns Straßen

In der Corona-Pandemie war auf Bayerns Straßen vor allem in den ersten Lockdowns deutlich weniger los. So gingen auch die Unfallstatistiken deutlich zurück. Nun kehrt sich der Trend wieder um.
Ein Warndreieck steht in der Nähe einer Unfallstelle. © Stefan Sauer/dpa/Symbolbild

Das Leben auf Bayerns Straßen ist wieder deutlich gefährlicher geworden. Im ersten Halbjahr 2022 ereigneten sich verglichen mit dem gleichen Zeitraum 2021 mehr Unfälle, gleichzeitig stieg auch die Zahl der Unfallopfer, teilte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München mit. Demnach ereigneten sich in Bayern von Januar bis Juni 176.746 Verkehrsunfälle, 9,4 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021.

«Vergleichen wir die Zahlen des ersten Halbjahres 2022 mit dem gleichen Zeitraum 2019, sind es heuer bislang deutlich weniger Verkehrsunfälle, 2019 waren es noch mehr als 200.000», betonte Herrmann. Der Anstieg der Verkehrsunfälle und der Zahl der Verkehrsunfallopfer, insbesondere auf den Landstraßen, lasse sich also mit den pandemiebedingt sehr niedrigen Unfallzahlen des Vorjahres und einem seither gestiegenen Verkehrsaufkommen erklären.

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden erhöhte sich den Angaben zufolge im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 nun auf 21.871 (+13 Prozent). Dabei wurden 27.434 Menschen verletzt (+14,4 Prozent) und 216 Menschen getötet (+24,1 Prozent).

Sorge bereitet Herrmann insbesondere der deutliche Anstieg der Alkoholunfälle um knapp ein Drittel auf 2294 (+30,4 Prozent). Dabei wurden 21 Personen getötet (+200 Prozent). Auch die Zahl der Unfälle unter Drogeneinfluss erhöhte sich um 12,1 Prozent auf insgesamt 287. Dabei wurden drei Menschen getötet.

«Verkehrsexperten der Bayerischen Polizei analysieren derzeit die Halbjahresergebnisse, um die richtigen Maßnahmen gezielt mit unserem neuen Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramm 2030 «Bayern mobil - sicher ans Ziel» anzugehen», sagte er. Herrmann kündigte aber bereits jetzt an: «Die Bayerische Polizei wird die Hauptunfallverursacher, insbesondere fahruntüchtige Fahrer, Raser, Gurtmuffel und Handysünder gezielt ins Visier nehmen.» Zudem seien zum Schuljahresanfang Mitte September mehrtägige Schwerpunktaktionen geplant.

Nach Herrmanns Angaben stieg auch die Zahl der getöteten Radfahrer im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um bedenkliche 45,5 Prozent auf 32. Auch die Zahl der getöteten Fußgänger habe sich um 29,4 Prozent auf 22 und die Zahl der getöteten motorisierten Zweiradfahrer um 26,2 Prozent auf 53 erhöht.

Wie im 1. Halbjahr 2021 seien zwei Kinder unter den Todesopfern gewesen, die Zahl der getöteten jungen Fahrer stieg leicht um einen Toten auf 14, allerdings erhöhte sich die Zahl der getöteten Senioren ab 65 Jahren deutlich um 46,9 Prozent auf 72. Ferner starben 17 Menschen auf Bayerns Straßen, weil sie nicht angeschnallt waren.

An 1370 Verkehrsunfällen mit verletzten Menschen im Freistaat waren Schwerverkehrsfahrzeuge beteiligt (-1,9 Prozent). Dabei seien 45 Menschen ums Leben gekommen (+7,1 Prozent).

© dpa
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