Neuer Handwerkspräsident Dittrich: Fachkräftemangel im Blick

Nach neun Jahren gibt es einen neuen Handwerkspräsidenten: Der Dresdner Jörg Dittrich will das deutsche Handwerk für die Zukunft fit machen. Wichtig ist ihm dabei auch eine starke Selbstverwaltung.
Jörg Dittrich ist neuer Präsident des Handwerksverband. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Der Dachdeckermeister Jörg Dittrich ist am Donnerstag zum neuen Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) gewählt worden. Dittrich folgt am 1. Januar 2023 auf den vorherigen ZDH-Präsidenten Hans Peter Wollseifer, der nach neun Jahren im Amt nicht mehr antrat. Als Schwerpunktthemen sieht der neue Handwerkspräsident vor allem die Fachkräftesicherung, die Stärkung der beruflichen Ausbildung sowie Digitalisierung und Innovation im Handwerk.

Das Handwerk sei das Rückgrat und der natürliche Partner für die Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft, sagte der gebürtige Dresdner. «Der Verband des deutschen Handwerks hat mir einen großen Vertrauensvorschuss gegeben», betonte er nach der Wahl beim Deutschen Handwerkstag in Augsburg. Aus der klaren Entscheidung nehme er viel Rückenwind für die anstehenden Aufgaben mit. «Die Handwerksbetriebe stehen vor großen Herausforderungen, die wir nur als Team erfolgreich bewältigen können.»

Der 53-Jährige ist seit 2012 Präsident der Handwerkskammer Dresden und seit vergangenem Jahr Präsident des Sächsischen Handwerkstages. Er stand beim Deutschen Handwerkstag 2022 als einziger Kandidat zur Wahl.

«Das Handwerk ist der stabilisierende Kern unserer Gesellschaft und Wirtschaft», sagte er weiter. Er wolle sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass es auch in Zukunft im Handwerk nur darauf ankomme, wohin man wolle und nicht, woher man komme. Dazu brauche es eine starke Selbstverwaltung des Handwerks, der die Betriebe, Beschäftigten und Auszubildenden optimal unterstütze.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hofft auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Handwerkspräsidenten. «Wer das Handwerk als stabilen Wirtschaftsfaktor stärken will, muss gute Arbeitsbedingungen und eine hohe Tarifbindung bieten, damit Fachkräfte nicht abwandern und neue gewonnen werden können», sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

© dpa
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