Tarifrunde in Metall- und Elektroindustrie eingeläutet

Für rund 855.000 Beschäftigte in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie haben am Donnerstag in Nürnberg die Tarifverhandlungen begonnen. 4000 Metaller aus Bayern waren zu einer Kundgebung nach Nürnberg gekommen, um den Start der Verhandlungen zwischen der IG Metall und den Metall-Arbeitgebern zu begleiten.
Auftakt für die Tarifverhandlungen in der bayerischen Metallindustrie. © Daniel Löb/dpa

Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Johann Horn bekräftigte vor Beginn der Gespräche die Forderung nach acht Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber könnten ihre erhöhten Kosten über höhere Preise weitergeben - die Arbeitnehmer seien dazu nicht in der Lage und bräuchten höhere Einkommen, um ihre Lebenshaltungskosten auch weiterhin decken zu können.

«Jetzt ist es Zeit für eine kräftige, dauerhafte Tariferhöhung», sagte Horn. Die zurückliegenden Abschlüsse seien von der Corona-Krise geprägt gewesen, die Beschäftigten hätten in dieser Phase Verantwortungsbewusstsein bewiesen. Er hatte zuvor im Bayerischen Rundfunk auch einen Arbeitskampf zur Durchsetzung der Gewerkschaftsforderungen nicht ausgeschlossen.

Die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber, Angelique Renkhoff-Mücke, bezeichnete die Forderung als nicht erfüllbar. «Acht Prozent sind nicht annehmbar, sind nicht realitätsnah», sagte sie vor Beginn der Gespräche. Es gelte eine Balance zu finden und auch die Unternehmen zu stützen, die in der Krise an den Rand der Wirtschaftlichkeit gedrückt würden. Die Ausgangslage sie diesmal besonders schwierig, weil beide Seiten nachvollziehbare Sorgen plagten.

Tarifverhandlungen in der Metallindustrie sind auch in anderen Bundesländern bereits gestartet, etwa in Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg. Nordrhein-Westfalen sollte am Freitag folgen. Einen Pilotbezirk haben die Tarifparteien noch nicht festgelegt.

Einfluss auf die Gespräche könnte auch die Konzertierte Aktion von Bundeskanzler Olaf Scholz haben. Dabei wollen Gewerkschaften, Arbeitgeber und Bundesregierung gemeinsam Möglichkeiten ausloten, wie die Folgen der Energiekrise bewältigt werden können.

© dpa
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