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Stadt Augsburg eröffnet erste Ausstellung zur NS-Zeit

Fast acht Jahrzehnte sind seit dem Untergang der Nazi-Diktatur vergangen. Nun erinnert auch Bayerns drittgrößte Stadt an die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte. Bürgerinitiativen hatten ein Vierteljahrhundert dafür gekämpft.
Erinnerungsort Halle 116
Eine Stele über die Geschichte der Halle 116 steht vor einer Kaserne. © Stefan Puchner/dpa

Nach langen Diskussionen eröffnet die Stadt Augsburg 78 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine Dauerausstellung zur Geschichte des Nationalsozialismus in der Kommune. Die Ausstellung in einem früheren Außenlager des Konzentrationslagers Dachau wird an diesem Wochenende erstmals geöffnet. Künftig sollen dort insbesondere Jugendliche über die Zeit des Nazi-Terrors lernen können.

In der sogenannten Halle 116, die früher Teil einer Kaserne war, wurden ab 1944 bis zu 2000 Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten. Die Männer mussten hauptsächlich für die Rüstungsindustrie arbeiten und wurden gegen Ende des Krieges deswegen bei dem Flugzeugbauer Messerschmitt beschäftigt.

Der Leiter der Augsburger Stabsstelle Kultur, Thomas Weitzel, sagte am Freitag, dass es an der besonderen Museumsstruktur von Bayerns drittgrößter Stadt liege, dass die NS-Zeit in Augsburg bislang noch nicht entsprechend gezeigt worden sei. Denn es gebe hier kein klassisches Stadtmuseum.

Die Kaserne wurde ursprünglich Mitte der 1930er Jahre für die Wehrmacht gebaut, die «Halle 116» war zunächst eine Fahrzeughalle. Im Mai 1944 wurde das 5000 Quadratmeter große Gebäude von der Kaserne abgetrennt und zu einem KZ-Lager. Die Häftlinge stammten aus mehr als 20 Nationen, viele Gefangene starben. Die Zwangsarbeiter sind in einem Bereich der neuen Ausstellung namentlich mit ihren Lebensdaten aufgelistet.

Nach dem Krieg hatte die US-Armee die Militärgebäude bis 1998 als Kaserne genutzt. Seit dem Abzug der Amerikaner hatten eine Reihe von Bürgerinitiativen dafür gekämpft, dass die «Halle 116» nicht wie andere Gebäude der Kaserne abgerissen wird. Letztlich sei der nun eingerichtete dauerhafte Erinnerungs- und Lernort Folge des Engagements der Zivilgesellschaft, sagte Weitzel.

«Die Initiativen befassen sich seit 25 Jahren mit dem Thema», sagte Bernhard Kammerer von der Bürgeraktion Pfersee, dem Stadtteil, in dem die Kaserne liegt. «Wir wollten unbedingt diese Halle erhalten.» Das Gebäude sollte an die Menschen erinnern, die von den Nazis gequält worden seien. Die Ausstellung sei nun ein wichtiger Ort für Schüler, um zu lernen, was in einer Diktatur geschehen kann, betonte Kammerer.

Die Stadt Augsburg hat zunächst für die neue Ausstellung etwas mehr als 200.000 Euro ausgegeben. Eine ähnlich hohe Summe wurde in die Beseitigung von Schadstoffen und den Brandschutz investiert. Die «Halle 116» soll noch weiter ausgebaut werden. Es sollen auch noch Seminarräume und ein Vortragssaal entstehen.

© dpa
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