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Siemens Energy könnte Geschäft zum Teil an Siemens verkaufen

Siemens Energy spricht mit der Bundesregierung über Garantien. Dabei gibt es Unternehmenskreisen zufolge auch Druck auf die ehemalige Konzernmutter Siemens. Von der könnte nun aber auf anderem Weg Geld an Energy fließen.
Siemens Energy
Schutzhelme mit der Aufschrift «Siemens Energy» liegen in einer Halle auf einem Tisch. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Siemens Energy könnte seiner ehemaligen Mutter Siemens Anteile am gemeinsamen Indiengeschäft verkaufen. Dazu gebe es Gespräche, hieß es am Dienstag aus Unternehmenskreisen. Es gehe dabei um mehr als die Hälfte der 24 Prozent, die Siemens Energy an der indischen Siemens-Gesellschaft hält. Siemens selbst hält daran 51 Prozent, der Rest ist an der Börse. Den Kreisen zufolge soll der Wert des von Energy gehaltene Anteils in einer Dimension um 3,3 Milliarden Euro liegen. Zuvor hatte Bloomberg über den möglichen Verkauf berichtet.

Unterdessen verhandelt Siemens Energy weiter mit dem Bund über mögliche Garantien. Dabei soll den Unternehmenskreisen zufolge auch eine mögliche Beteiligung der ehemaligen Konzernmutter Siemens an den Garantien Thema sein. Die Bereitschaft dazu sei aber verhalten - auch aus Sorge vor der Reaktion der eigenen Anleger. Die Bundesregierung macht den Kreisen zufolge aber Druck auf Siemens, das zudem noch immer eine Minderheitsbeteiligung an Energy hält.

Siemens äußerte sich zurückhaltend: «Wie bereits in der Vergangenheit betont, werden wir unsere Entscheidungen im Einklang mit den Interessen der Siemens AG und ihrer Aktionäre treffen. Wir prüfen weiterhin die Optionen, werden uns dabei an ein ordnungsgemäßes Verfahren halten und in diesem Sinne fundierte Entscheidungen treffen», sagte ein Sprecher.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sagte am Dienstag auf einer Industriekonferenz in Berlin auf die Frage zur Höhe von Staatsgarantien, dazu könne und dürfe er im Detail nichts sagen. Der Grünen-Politiker betonte aber: «Die Gespräche laufen, und sie laufen auf Hochtouren.» Finanzkreisen zufolge geht es insgesamt, um Garantien in Höhe von etwa 15 Milliarden Euro.

Die Gespräche über diese Garantien, die künftige Projekte absichern sollen, waren vergangene Woche bekannt geworden. Schon da hatte es im Umfeld des Unternehmens geheißen: «Wir wollen kein Cash vom Staat. Es geht ausschließlich um Bürgschaften, die in der Praxis noch nie gebraucht wurden. Das Ganze ist wie eine Rückversicherung für die Banken.»

Wirtschaftswissenschaftler äußerten sich allerdings kritisch und machten teilweise Druck auf Siemens. «Das ist aus mehreren Gründen problematisch: Staatliche Garantien schaffen Fehlanreize für Unternehmen, da sie eine Vollkasko-Mentalität fördern», sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der «Rheinischen Post» (Dienstag). Stattdessen solle Siemens die Garantie übernehmen. Der Konzern hatte Energy im Jahr 2020 abgespalten.

Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte der «WirtschaftsWoche»: «Meines Erachtens gibt es keinen überzeugenden Grund dafür, Siemens Energy mit Staatsgarantien zu helfen.» Wenn ein Unternehmen in Finanzschwierigkeiten gerate, sei «zunächst die Eigenverantwortung der Aktionäre und der Gläubiger gefragt», betonte er. «Staatshaftung läuft darauf hinaus, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Das ist nicht nur unfair, es werden auch falsche Anreize gesetzt, übermäßige Risiken einzugehen.»

Der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Otto Fricke, forderte zudem in der «Rheinischen Post»: «Auch die bayerische Landesregierung sollte sich an einer möglichen Staatshilfe beteiligen.»

© dpa
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