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Schweizer Steinböcke eingelebt: «Sie fremdeln nicht»

Schweizer Steinböcke sollen im Isarwinkel ihren von Inzucht bedrohten Artgenossen frische Gene bringen. Im Frühjahr sind die Neuen aus der Schweiz ausgewildert worden. Wie geht es ihnen dort - und haben sie schon angebandelt?
Frühjahr 2023 - Auswilderung von Schweizer Steinböcken
Ein Steinbock springt aus einem Anhänger bei der Auswilderung. © Roland Losch/dpa/Archivbild

Sie haben sich eingelebt, aber ob sie auch Nachwuchs bekommen, ist noch offen: Zehn Steinböcke aus der Schweiz - sieben Geißen und drei Böcke - leben seit April an der Benediktenwand in den bayerischen Alpen. Sie sollen frisches Blut in die dortige Steinwildkolonie im Isarwinkel bringen. Das rund 100 Tiere umfassende Rudel dort stammt von ursprünglich sechs Tieren ab und ist inzwischen durch Inzucht bedroht.

Die Neuen haben sich gut eingelebt. «Sie haben das Gebiet angenommen und zeigen natürliches Verhalten», berichtete der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Bad Tölz, Wolfgang Morlang. Auch mit den einheimischen Tieren haben sie schon Kontakt aufgenommen. «Sie fremdeln nicht. Sie kommen zusammen.» Doch ob es mit dem gemeinsamen Nachwuchs klappt, ist noch offen. «Die Brunft ist erst Herbst.» Ob die Verjüngung des Genpools funktioniert, wird sich wahrscheinlich erst in etwa zehn Jahren zeigen.

Ein ganzes Team begleitet die Ansiedelung der Steinböcke wissenschaftlich. Derzeit laufe ein ausführliches Monitoring. Rund 30 Jäger der Hochwildhegegemeinschaft Isarwinkel beobachten die Tiere.

Eine Frage ist auch: Wie geht es den höhengewohnten Schweizern hierzulande? «Nach erstem Stand kommen sie mit der niedrigeren Höhe hierzulande zurecht», sagte Morlang. An der Benediktenwand leben sie auf 1500 bis maximal 1800 Metern Höhe - so hoch ist der Gipfel der Benediktenwand. Ihre Heimatgebiete in den Schweizer Alpen am Weisshorn und im Mischabel lagen deutlich höher. Dort waren sie mit Narkosepfeilen gefangen worden.

Die Jäger in der Region hatten das Projekt auf den Weg gebracht, die Kosten von rund 100.000 Euro werden aus Abgaben des Bayerischen Jagdverbands (BJV) und aus Spenden finanziert.

Das Projekt zeige, dass Jägerinnen und Jäger auch Heger und Naturschützer seien, sagte Morlang bei der Ankunft der Tiere. Das Steinwild unterliege dem Jagdrecht, werde aber ganzjährig geschont.

Der Verband und die Hochwildhegegemeinschaft Isarwinkel hatten das Projekt 2020 gestartet. Bis zur Genehmigung für die Auswilderung hatte es aber gedauert. Naturschützer hätten aus Sorge um Verbissschäden Einspruch erhoben, hieß es beim Jagdverband.

Im Frühjahr gab Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) schließlich grünes Licht. Ihrem Ministerium zufolge gibt es im Freistaat annähernd 800 Steinböcke und -geißen, die Hälfte davon im Allgäu. Kleine Kolonien gibt es bei Oberaudorf und bei Berchtesgaden.

Steinböcke werden bis zu 120 Kilogramm schwer und leben in den Hochlagen der Berge. Auch im Winter kommen sie nicht in die Täler. An der Benediktenwand ist ein natürlicher Austausch mit anderen Kolonien wegen der isolierten geografischen Lage kaum möglich.

Der Alpensteinbock war anno 1800 schon fast ausgerottet - bis auf rund 100 Tiere im Gran-Paradiso-Massiv hoch über dem italienischen Aosta-Tal. Zwei Schweizer bewegten die Behörden dort dazu, die letzten Tiere unter Schutz zu stellen. Heute leben in den Alpen wieder rund 45.000 Tiere, mehr als ein Drittel davon in der Schweiz.

© dpa
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