Umfrage zu 9-Euro-Ticket: Die meisten Nutzer sehen Mehrwert

Ende des Monats ist das bundesweit nutzbare 9-Euro-Ticket wieder Geschichte. Da es in ganz Deutschland zu einer massiven Nutzung des ÖPNV beigetragen hat, mehren sich Forderungen für Nachfolgelösungen.
Ein Mitarbeiter präsentiert die App des VGN zum Kauf des 9-Euro-Tickets. © Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage des Bund Naturschutz haben in Bayern wegen ihres 9-Euro-Tickets häufiger auf Autofahrten verzichtet. Das geht aus einer Befragung des Verbandes hervor, dessen Ergebnisse am Montag in München im Detail vorgestellt werden sollen. Demnach hatte das bundesweit gültige Monatsticket, welches für 9 Euro die Nutzung aller ÖPNV-Angebote sowie des Regionalverkehrs der Bahn erlaubte, für 93 Prozent der Befragten «einen Mehrwert». 64 Prozent gaben ferner an, den ÖPNV durch das 9-Euro-Ticket häufiger als vorher zu nutzen.

Die Umfrage fand zwischen dem 18. Juli und dem 8. August im Internet statt. Nach Angaben des Bund Naturschutz beteiligten sich daran fast 10.000 Menschen im Alter von 18 bis über 70 Jahren. Eine repräsentative Auswahl gab es nicht.

Die Effekte des günstigen Tickets auf das Nutzungsverhalten wurde auch von einigen Hochschulen bereits untersucht. Eine Studie der Technischen Universität München (TUM) kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass das günstige Ticket ein Anreiz zu mehr ÖPNV-Nutzung war. Zum Teil kamen aber ganz anderen Zahlen heraus: So fuhren 35 Prozent der Studienteilnehmer aus dem Raum München häufiger mit Bus und Bahn. Zudem nutzten 3 Prozent seltener ihr eigenes Fahrzeug und 22 Prozent der Teilnehmer nutzten Bus und Bahn neu, obwohl sie das zuvor nicht getan hatten.

Nachdem das 9-Euro-Ticket zum Monatsende ausläuft, fordert der Bund Naturschutz eine bundesweite Anschlusslösung in Form eines 365-Euro-Jahrestickets für Menschen mit niedrigem Einkommen.

Eine Nachfolgelösung ist aber derzeit nicht in Sicht. Wie vor der Einführung des 9-Euro-Tickets streiten Bund und Länder über die Finanzierung. Der Bund steuert für die aktuelle Rabattaktion unter anderem 2,5 Milliarden Euro als Ausgleich für Einnahmeausfälle der Verkehrsanbieter bei.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hatte bereits kürzlich festgehalten, dass der Freistaat kein Geld für eine Nachfolgelösung bereitstelle, dies sei einzig Sache des Bundes. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte seinerseits auch erklärt, es gebe keinen finanziellen Spielraum für eine Fortführung des befristeten Angebotes.

Aus der Umfrage wurde ferner deutlich, dass die ÖPNV-Anbindung im ländlichen Raum nach wie vor deutlich schlechter ist als in den Städten. Währens 92 Prozent der Befragten in den Städten eine Bus- oder Bahnhaltestelle in mindestens einen Kilometer Entfernung haben, an der wochentags mindestens ein Mal in der Stunde ein Bus oder Zug fährt, konnten dies auf dem Land nur 71 Prozent angeben. Schlusslicht unter den Regierungsbezirken sei Niederbayern mit nur 48 Prozent.

© dpa
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