Noch mehr Natur: Nationalpark Bayerischer Wald erweitert

Der Nationalpark Bayerischer Wald vereint Naturschutz, Tourismus, Wirtschaft und Forschung: Nun ist das Areal erweitert worden - die Fläche war ein Geschenk zum 50-jährigen Bestehen.
Ein Bach fließt durch das Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald. © Armin Weigel/dpa

Die Natur Natur sein lassen - dieses Motto soll im Bayerischen Wald auf gut 600 zusätzlichen Hektar gelten. Der Nationalpark ist erweitert worden und mit jetzt insgesamt knapp 25 000 Hektar der größte Wald-Nationalpark Deutschlands. Natur- und Artenschutz gingen hier mit sanftem Tourismus Hand in Hand, sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) bei einem Festakt am Mittwoch in Mauth im Landkreis Freyung-Grafenau. Neue Angebote für Besucher sollen das Areal noch attraktiver machen.

Die Erweiterung war ein Geschenk anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Nationalparks im Jahr 2020. Der Ministerrat hatte die Erweiterung beschlossen. Das Areal gehörte zuvor den Bayerischen Staatsforsten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete den Nationalpark damals als einen Schatz, den es zu schätzen und zu schützen gelte.

Rund 3,5 Millionen Euro sollen nun investiert werden, um aus dem einstigen Wirtschaftswald ein tourismustaugliches Schutzgebiet zu machen. Dazu gehören beispielsweise neue Hinweisschilder und Sitzbänke, wie ein Ranger bei einem Besuch des neuen Areals berichtet. Zudem seien die bisherigen Forststraßen teilweise nicht für Mountainbiker geeignet und müssten gesichert werden. Es sollen ein Erlebnisspielplatz, ein Kiosk und eine Aussichtsplattform errichtet werden.

Die Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald bedeutet zugleich eine längere gemeinsame Grenze mit dem tschechischen Nationalpark Böhmerwald (Sumava). Dadurch werde die bisherige Zusammenarbeit der beiden Nationalparks gefestigt, sagte Leiter Franz Leibl. Den Besuchern ermögliche dies mehr grenzüberschreitendes Naturerleben. Aus Tschechien war eigens die stellvertretende Umweltministerin Eva Volfová zum Festakt angereist.

Landrat Sebastian Gruber (CSU) erinnerte daran, dass vor der Ausweisung des Nationalparks vor gut 50 Jahren zahlreiche Widerstände hätten überwunden werden müssen. Das sei bei der Erweiterung nun anders gewesen. Ein Zeichen für die Akzeptanz des Nationparkes, so der Landrat.

Seit der Eröffnung des Nationalparks Bayerischer Wald im Jahr 1970 sind den Angaben nach dort 11.000 Tier-, Pilz- und Pflanzenarten nachgewiesen worden - darunter 16 Urwaldrelikt-Käferarten, aber auch Luchse, Fledermäuse, Biber und der gefürchtete Buchdrucker. Etwa 1,3 Millionen Menschen besuchen das Gelände jährlich.

© dpa
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