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Naturnahe Bäche als Schutz vor Hochwasser und Trockenheit

Trockenheit, Hitze und damit höhere Wassertemperaturen - die Klimaerwärmung hat auch Folgen für die Bäche in Bayern. Wie werden diese fit für die Zukunft?
Schutz vor Hochwasser
Eva Schubert, Landschafts- und Gewässerökologin vom LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V., begutachtet einen renaturierten Bach. © Daniel Karmann/dpa

Der Klimawandel wirkt sich gleich doppelt auf Bäche und Flüsse aus: Er bringt einerseits Trockenheit mit sich und erhöht zugleich bei starken Niederschlägen auch die Gefahr von Hochwasser. Beim Schutz davor spielt die Renaturierung der Bäche in Bayern Experten zufolge eine wichtige Rolle.

«Hochwasser wird in der Fläche gebildet», sagt die Gewässerökologin Malvina Hoppe vom Naturschutzverband LBV in Hilpoltstein. Hochwasser entstehe also in den Bächen, die die Flüsse speisten. Dennoch werde diesen nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt, sagt sie.

«Renaturierte Gewässer und deren Umgebung sind deutlich besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet», erläutert auch ein Sprecher vom Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg. «Sie sorgen für kühlere und ausgeglichenere Temperaturen im Wasser und im unmittelbaren Umfeld der Gewässer.» Im Freistaat gab es nach LfU-Angaben bisher mehr als 1000 Renaturierungsprojekte an Flüssen und Bächen, wobei die kleineren Fließgewässer dabei unterrepräsentiert waren.

In diesen steckt nicht nur wegen ihrer Gesamtlänge von etwa 90.000 Kilometern viel Potenzial. «Die großen Flüsse werden von kleineren Fließgewässern gebildet. Diese sind darauf angewiesen, dass von oben sauberes, kühles Wasser kommt», sagt Hoppe. Und wenn bei starken Regenfällen Bäche ausufern könnten, sinke auch die Gefahr von Hochwasser in den Flüssen. Zugleich sei das umliegende Land an den Bächen besser für Trockenheit gerüstet, wenn es wie ein Schwamm Wasser aufsaugen könne.

Außerdem haben viele Fische in den kleinen Bächen ihre Kinderstube, die auf kühleres Wasser angewiesen sind. Schattenspendende Bäume und Gehölze an den Ufern haben dort besonders große Effekte. «Schon ein 400 Meter langer beschatteter Gewässerabschnitt kann einen kleineren, flachen Bach um zwei Grad abkühlen, wodurch das Wasser auch mehr Sauerstoff aufnehmen kann», sagt der LfU-Sprecher.

Für die kleinen Gewässer sind dem LfU zufolge in Bayern die Kommunen zuständig. Dort fehle aber oft das Fachwissen für die Renaturierung, sagt Hoppe. Die Wasserwirtschaftsämter berieten diese zwar, doch auch dort gebe es nicht genug Personal. Der LBV hat deshalb eine Praxisbroschüre für Gemeinden erstellt und unterstützt diese bei konkreten Vorhaben.

«Jeder Bach ist individuell», sagt Hoppe. Deshalb müsse bei jedem neu geschaut werden, was nötig sei. Generell sei wichtig, dass das Wasser frei fließen könne und dass dieser strukturreich sei, zum Beispiel tiefe und flache Bereiche habe, bewachsene Ufer und Stellen, wo sich Totholz sammeln könne.

Bis zu 90 Prozent der Kosten können sich die Kommunen erstatten lassen. Trotzdem müsse man vor Ort viel Überzeugungsarbeit leisten, weiß Hoppe aus eigener Erfahrung. Der LBV hat in einem Projekt in elf Gebieten die Renaturierung von Bächen betreut, zwei davon zum Beispiel im mittelfränkischen Allersberg (Landkreis Roth). Dafür brauche man die Einverständnis aller Nutzer und Eigentümer - auch der angrenzenden Flächen, was in Bayern meist Bauern seien. «Für die kommt es oft auf jeden Quadratmeter an.»

© dpa
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