Zunächst nur wenige Besucher bei G7-Großdemonstration

Einen Tag vor dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau versammeln sich eine Reihe von Organisationen zum Protest in München. Doch zu Beginn der Kundgebung ist das Interesse deutlich geringer als erwartet.
Teilnehmer stehen mit einem Banner mit der Aufschrift "Fight G7" auf der Theresienwiese. © Michael Kappeler/dpa

Die Großdemonstration zum G7-Gipfel in München ist am Samstag zunächst nur auf verhaltenes Interesse gestoßen. Nach Schätzungen von Beobachtern hatte sich zu Beginn der Veranstaltung maximal eine niedrige vierstellige Zahl an Teilnehmern auf der Theresienwiese versammelt. Es wurde allerdings mit noch weiterem Zulauf von Teilnehmern gerechnet. Von der Polizei gab es zunächst noch keine offizielle Schätzung. Auch die Organisatoren sagten zunächst nichts zur Teilnehmerzahl.

Die Polizei hatte erklärt, auch wegen des guten Wetters mit regem Zulauf zu der Protestveranstaltung zu rechnen. Die Demo fand einen Tag vor Beginn des Gipfels in Elmau statt. Im Vorfeld war die Zahl der Teilnehmer auf mindestens 20.000 geschätzt worden. Laut Münchner Polizei gab es bis kurz vor Beginn der Kundgebung keinerlei berichtenswerte Vorfälle.

Zur Demonstration in München haben 15 globalisierungskritische Verbände von Attac bis zur Umweltorganisation WWF aufgerufen. Die Kundgebung hat vier Schwerpunkte: den Ausstieg aus fossilen Energien, den Erhalt von Tier- und Pflanzenvielfalt, die soziale Gerechtigkeit auf dem Planeten und die Bekämpfung des Hungers. «Klimakrise, Artensterben, Ungleichheit: Die G7-Staaten tragen Verantwortung dafür, dass sich die weltweiten sozialen und ökologischen Krisen immer dramatischer zuspitzen. Schluss damit. Gerecht geht anders», heißt es im Aufruf zur Teilnahme.

«Wir erwarten, dass es eine friedliche, eine bunte und eine schöne Demonstration wird», hatte der Anmelder der Kundgebung, Uwe Hiksch von den Naturfreunden, betont. Beteiligt sind unter anderem auch der auf Online-Kampagnen spezialisierte Verband Campact, Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz, Misereor und Brot für die Welt. Der Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, betonte ebenfalls, der Protest in München müsse gewaltfrei sein. «Für uns ist das die klare Grenze», sagte Kaiser der «Passauer Neuen Presse» (Samstagausgabe).

Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) rief die Kritiker des G7-Gipfels zur Gewaltfreiheit auf. «Ich erwarte von allen Demonstranten, dass sie friedlich protestieren, niemanden verletzen und keine Autos oder Geschäfte zerstören», sagte Faeser dem Nachrichtenportal t-online. Am meisten Sorgen machten ihr Gruppen aus der linksextremistischen Szene.

Nach Einschätzung der Münchner Polizei, die mit rund 3000 Einsatzkräften für einen friedlichen Ablauf sorgen will, könnte aber ein schwarzer Block mit einer hohen dreistelligen Personenzahl für Unruhe sorgen. Die bundesweite Mobilisierung sei aber nicht so stark wie beim G7-Gipfel vor sieben Jahren, hieß es.

Der G7-Gipfel ist wie schon im Jahr 2015 auf Schloss Elmau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu Gast. Vom 26. bis zum 28. Juni treffen sich dort die Staats- und Regierungschefs von sieben führenden westlichen Industriestaaten und einigen Gastländern. Neben Deutschland gehören der G7-Gruppe die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan an. Insgesamt sind rund 18.000 Polizistinnen und Polizisten rund um den Gipfel im Einsatz.

© dpa
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