Geherin Feige jubelt über Bronze im Münchner Regen

Deutschlands Geher freuen sich bei den Europameisterschaften in München über die zweite Medaille. Für Saskia Feige ist Bronze über 20 Kilometer der größte internationale Erfolg. Lange feiern kann sie nicht. Denn die nächste Prüfung wartet in wenigen Tagen auf sie.
Die Geherinnen sind am Odeonsplatz unterwegs und werden von Zuschauern angefeuert. © Soeren Stache/dpa

Eingehüllt in eine Deutschland-Fahne holte sich Geherin Saskia Feiger gleich nach dem Gewinn von EM-Bronze die Gratulationen von Familie, Freunden und Trainern ab. «Ich bin gerade einfach nur glücklich», sagte die 25-Jährige nach ihrem ersten großen internationalen Erfolg. «Das gibt natürlich ganz viel Selbstvertrauen. Jetzt freue ich mich umso mehr auf die nächsten Jahre. Ich denke, da geht noch was.» Am Samstag stellte sie über 20 Kilometer auf einem Rundkurs im Herzen Münchens in 1:29:25 Stunden eine persönliche Bestzeit auf.

Nachdem die dreimalige deutsche Meisterin bei der EM vor vier Jahren noch auf Platz 16 ins Ziel gekommen war, gewann sie bei den European Championships die erste deutsche EM-Medaille über 20 Kilometer seit Bronze von Melanie Seeger im Jahr 2010. Für die deutschen Geher ist es nach Silber durch Christopher Linke über 35 Kilometer die zweite Medaille bei dieser EM. Insgesamt standen nach diesem Wettkampf zwölf Podestplätze auf der Habenseite des bei der WM in den USA noch enttäuschenden Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

Feige atmete glücklich durch und winkte zaghaft ins Publikum, als sie ihre Bronzemedaille bei der Siegerehrung überreicht bekam. «Ich glaube, ich konnte es noch gar nicht fassen. Es war super aufregend», schilderte die Leipzigerin ihre Gefühle. «Ich habe mich so unterstützt gefühlt, nur meinen Namen gehört. Das Publikum hat mich quasi geschoben», beschrieb sie ihre Herangehensweise im Münchner Regen, der ihr richtig Spaß machte. «Es war super», sagte sie - und lachte wieder.

Feige musste sich nur der Griechin Antigoni Ntrismpioti und der Polin Katarzyna Zdzieblo geschlagen geben. Für Ntrismpioti war es in 1:29:03 Stunden nach dem Erfolg über 35 Kilometer der zweite Sieg bei diesen Titelkämpfen.

Vor Feige hatte bei den Männern der Berliner Olympia-Teilnehmer Leo Köpp über Platz neun gejubelt. «Das sind Freudentränen. Ich bin richtig happy. Das ist phänomenal. Das hat richtig Spaß gemacht auf Heimterrain», sagte der 24-Jährige nach seiner Saisonbestleistung von 1:21:36 Stunden. Europameister wurde am Samstag wie vor vier Jahren in Berlin der Spanier Álvaro Martín.

Karl Junghannß aus Erfurt beendete den Wettkampf als 20., der Potsdamer Nils Brembach wurde disqualifiziert. «Die ganze Familie, Schwiegereltern, Frau, Kind. Alle sind da - das tut mir natürlich wahnsinnig leid, dass ich dann mit keinem Ergebnis nach Hause fahren muss», sagte der 29-Jährige mit Tränen in den Augen.

Im Gegensatz zur etwas breiteren Spitze im Männerbereich ist Feige bei den Frauen mehr auf sich alleine gestellt. «Gerade ist es in Deutschland leider so, dass ich noch eine der wenigen Frauen bin, die gehen. Ich hoffe, dass es in den Jahren noch mal mehr werden und wir auch ein Team stellen können», sagte Feige, die EM-Bronze nur kurz feiern konnte. Denn am Dienstag steht schon die Prüfung zum ersten Staatsexamen im Medizinstudium an.

© dpa
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