Gute Kirschenernte trotz Trockenheit

In Unterfranken ist die Kirschenernte schon beendet, die Obstbauern in der Fränkischen Schweiz haben noch alle Hände voll zu tun. Experten ziehen ein erstes Fazit.
Erntehelferin Ionela pflückt in einer Obstplantage Kirschen. © Felix Kästle/dpa/Archivbild

Morgens ernten, dann sortieren, zur Genossenschaft fahren oder direkt verkaufen: Die Obstbäuerinnen und -bauern in der Fränkischen Schweiz stecken mitten in der Kirschenernte. Die Ernte laufe noch bis Anfang August, sagte Elias Schmitt vom Obstinformationszentrum des Landkreises Forchheim. Er sprach von einer «guten Ernte und guten Qualität» der Kirschen. Lediglich die Fruchtgröße habe wegen der anhaltenden Trockenheit gelitten. Etliche Obstbauern würden ihre Bäume bewässern, um trotzdem eine gute Ernte einzuholen.

Bewässerung und wie man sie am besten gestalte sei ein großes Thema, betonte der Experte. Das Obstinformationszentrum beschäftige sich intensiv damit, um die Obstbauern zu beraten und zu unterstützen.

Ein Großteil der Kirschen, die im Dreieck zwischen Nürnberg, Forchheim und Bayreuth gepflückt werden, vermarkten die Obstbäuerinnen und -bauern über Genossenschaften. Aber auch Direktvermarktung spielt eine Rolle. Vor allem an den Wochenenden sind in der Fränkischen Schweiz viele Verkaufsstände mit frischen Kirschen zu finden.

Die Region gilt als eines der größten zusammenhängenden Kirschanbaugebiete in Europa mit mehr als 250.000 Kirschbäumen auf 25 Quadratkilometern. Weil der Obstanbau als witterungsanfällig gilt, schwanken die Erntemengen von Jahr zu Jahr stark.

In den unterfränkischen Obstanbaugebieten ist die Kirschenernte bereits abgeschlossen, wie Thomas Riehl vom Verein Fränkische Obstbauern sagte: «Die Qualität war gut, die Erträge waren gut.» Die Trockenheit sei ein Problem gewesen, doch die Betriebe hätten sich darauf eingestellt und mit künstlicher Bewässerung reagiert.

Ein großes Problem sieht Riehl bei der Vermarktung. Ware aus dem Ausland sei günstiger, mit diesen Angeboten könnten die heimischen Obstbauern nicht konkurrieren. «Die Billigangebote machen Probleme.» Natürlich würden die fränkischen Obstbauern auch auf Direktvermarktung setzen und in Hofläden oder auf Wochenmärkten verkaufen - eine große Menge Kirschen gehe aber an die Handelsketten.

In Unterfranken würden jetzt bereits frühe Zwetschensorten geerntet. Insgesamt laufe die Ernte bei jeder Obstsorte zwei Wochen früher an als gewohnt, sagte Riehl weiter.

© dpa
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