Verbände starten Petition: Schneekanonen nicht mehr fördern

Umweltverbände wollen mit einer Petition im Umweltausschuss des Landtags eine Änderung der bayerischen Seilbahnförderung erreichen. Die Verbände kritisieren vor allem, dass trotz Klimawandel und Energieknappheit weiter Schneekanonen gefördert werden. Bayern bezuschusse Modernisierungen mit bis zu 35 Prozent, dazu könne auch die Errichtung von Beschneiungsanlagen zählen.
Eine Schneekanone produziert an einer Skipiste am Fuß des Tegelberges Schnee. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Die Schneekanonen-Förderung durch Steuergelder müsse gestrichen werden. «Das ist in Zeiten des Klimawandels und der damit verbundenen Neuorientierung des Alpentourismus das falsche Signal», sagte der Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins, Manfred Sailer laut Mitteilung. Die Verbände wenden sich auch gegen eine «Eventisierung der Berge» mit Nachtbetrieb, Gastronomie und Freizeitanlagen am Berg.

Man sei nicht grundsätzlich gegen eine Förderung der Modernisierung von Bergbahnen. Die Richtlinie berücksichtige aber zu wenig, ob das wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig sei. Meist werde auch die Kapazität erhöht. Doch Ruheräume in den bayerischen Alpen kämen immer mehr unter Druck. «In einigen Regionen droht ein Verkehrskollaps», warnt der Landesvorsitzende des Bundes Naturschutz, Richard Mergner. Quantitatives Wachstum des Tourismus könne kein Ziel mehr sein. «Vielmehr ist eine qualitative Weiterentwicklung nötig.»

Der Verband Deutscher Seilbahnen unterstrich, Genehmigungsverfahren für Bau und Betrieb von Bahnen und Beschneiungsanlagen seien strikt geregelt, der Naturschutz spiele eine maßgebliche Rolle. Seilbahnen sicherten gerade in strukturschwachen Gebieten Arbeitsplätze und hätten hohe wirtschaftliche Bedeutung. Kapazitätserhöhungen dienten faktisch dem Komfort und reduzierten Wartezeiten. Zum Verkehrskollaps sei es gerade gekommen, als die Seilbahnen wegen Corona im Lockdown waren. «Gerade hier wurde deutlich, wie wichtig die Lenkungsfunktion der Seilbahnen ist - gerade eben um sensible Gebiete zu schützen.» Da die Anreise die höchste CO2-Belastung verursache, seien attraktive Freizeitangebote gerade im Umfeld der Ballungsräume wichtig.

© dpa
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