CSU-Fraktionschef Kreuzer tritt 2023 nicht mehr zur Wahl an

Im kommenden Jahr ist der Allgäuer Thomas Kreuzer seit zehn Jahren der Chef der CSU-Fraktion im Landtag. Jeder Ministerpräsident brauchte seine Unterstützung. Nun kündigt er sein Karriereende an.
Thomas Kreuzer, Fraktionsvorsitzender der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag (r). © Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Der langjährige Chef der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, beendet im kommenden Jahre seine landespolitische Laufbahn. Der 63-Jährige, der seit 1994 als direkt gewählter Abgeordneter und seit 2013 Fraktionschef ist, stelle sich bei der Landtagswahl 2023 nicht mehr zur Wahl, teilte die CSU-Fraktion am Dienstag in München mit. Kreuzer ist geschieden und hat einen Sohn.

Kreuzer begründet den Schritt mit persönlichen Motiven: «Obwohl mich viele aus meinem Stimmkreis zu einer erneuten Kandidatur bewegen wollten und es auch der Kreisvorstand der CSU-Kempten begrüßt hätte, habe ich mich entschieden, nicht mehr anzutreten», sagte Kreuzer. Weiter: «Ich bin seit 29 Jahren als Abgeordneter im Landtag, zum Ende der nächsten Legislatur wäre ich über 69 Jahre alt.»

Daher wolle er rechtzeitig die Weichen für einen Neuanfang in seinem Stimmkreis Kempten-Oberallgäu stellen, so Kreuzer. «In meiner persönlichen Lebensplanung möchte ich nach Ende dieser Wahlperiode im Herbst 2023 andere Prioritäten setzen und auch Zeit für Privatleben haben.»

Kreuzer gilt als einflussreicher CSU-Politiker, der sich in den vergangenen Jahren insbesondere mit seiner kritischen Haltung zur Migrationspolitik von Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) immer wieder zu Wort meldete. In der Fraktion hatte Kreuzer immer wieder die schwere Aufgabe, für die politischen Entscheidungen der CSU-Ministerpräsidenten Mehrheiten zu organisieren und Missstimmungen zu verhindern.

Kreuzer sitzt seit 1994 für die CSU im Landtag. Im Jahr 2003 wurde der Kettenraucher stellvertretender Fraktionschef, 2008 dann Parlamentarischer Geschäftsführer - er wird deshalb als Fraktionsmanager geschätzt. 2011 holte ihn der damalige Ministerpräsident und Parteichef Horst Seehofer ins Kabinett, erst als Kultusstaatssekretär, dann bis zur Wahl 2013 als Staatskanzleichef.

Vor seiner Zeit im Maximilianeum machte Kreuzer Karriere in der Justiz. Der Allgäuer war Staatsanwalt und Richter am Landgericht in seiner Heimatstadt Kempten. Juristische Themen blieben auch im Parlament sein Spezialgebiet, Kreuzer war im Landtag Experte für Untersuchungsausschüsse. So leitete er den Ausschuss zum Milliardendebakel der BayernLB.

© dpa
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