Jährlich mehr als 9000 Vermisste in Bayern

23.04.2022 Mehr als 9000 Menschen werden in Bayern pro Jahr als vermisst gemeldet. Das teilte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Im vergangenen Jahr wurden demzufolge 9369 Personen vermisst gemeldet, im Jahr 2020 waren es 9290 und im Jahr 2019 sogar mehr als 11 000 Personen. Aktuell (Stand 15. März 2022) gelten demnach gut 1500 Menschen bei der Bayerischen Polizei als vermisst. Darunter mehr Männer als Frauen.

Blick auf das BLKA-Logo an der Tür zu einem Rechenzentrum des Landeskriminalamts. © Matthias Balk/dpa/Archivbild

Etwa drei von vier Personen werden laut LKA nach weniger als drei Tagen wiedergefunden. Doch einige bleiben länger vermisst. Nur wenige tauchen auch nach mehreren Monaten, Jahren oder gar Jahrzehnten nicht wieder auf. Selten ist die Suche so spektakulär wie beispielsweise bei Peggy aus Oberfranken, deren Leiche erst nach 15 Jahren zufällig von einem Pilzsammler gefunden wurde. Anfang April - 21 Jahre nach dem Verschwinden Peggys - wurde sie beigesetzt.

Ist ein Mensch länger als zehn Jahre vermisst (bei über 80-Jährigen fünf Jahre), kann er auf Antrag von einem Gericht für tot erklärt werden. Allerdings: «Die Anzahl der vermissten Personen, die von einem Gericht für tot erklärt werden, ist in Bayern sehr gering», so eine LKA-Sprecherin.

Nicht alle Personen mit unbekanntem Aufenthaltsort gelten polizeilich als vermisst. Zusätzlich muss eine Gefahr für Leib oder Leben angenommen werden, etwa ein Unfall, eine Straftat oder eine Suizidabsicht. Bei Minderjährigen ist das immer der Fall.

Jugendliche und Kinder machen auch den Großteil der vermissten Personen aus. Dabei handelt es sich laut Bundeskriminalamt (BKA) oft um unbegleitete Flüchtlinge, die nicht mehr in ihrer zugewiesenen Unterkunft sind. Aber auch Kindesentziehung bei einem Streit unter Sorgeberechtigten kann Anlass für eine Vermisstenanzeige sein.

Um zu überprüfen, ob eine vermisste Person eventuell gestorben ist, gibt es seit 1992 auf Bundesebene eine Datei, in der neben Vermissten auch bislang nicht identifizierte Leichen eingetragen sind. Auf diese Datei haben auch die Landeskriminalämter Zugriff.

© dpa

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