Historisch trockener Sommer in Nordbayern

Kaum Regen, Hitze und knochentrockene Böden: Der Sommer 2022 macht klar, was durch den Klimawandel künftig häufiger auftreten könnte. In Franken gab es drei Monate lang kaum Niederschläge.
Eine ausgetrocknete Viehweide und ein kahler Baum stehen in der gleißenden Mittagssonne. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In diesem Sommer ist bislang in Franken historisch wenig Regen gefallen. Wie das Landesamt für Umwelt in Augsburg berichtete, betrage die nordbayerische Niederschlagssumme für das Sommerhalbjahr derzeit nur 123 Millimeter. Dies sei «der niedrigste Wert in der 62-jährigen Beobachtungsreihe, noch unterhalb der 148 mm von 1964», betonte die Behörde. Für die Statistik wurden die Regenmengen von 1. Mai bis 4. August ausgewertet.

Für die Einordnung der Trockenheit orientiert sich das Landesamt an dem Mittelwert des Regens der Jahre 1971 bis 2000. In Nordbayern wurde heuer nur die Hälfte der Niederschläge dieses Durchschnittswertes festgestellt. In Südbayern sieht die Lage mit 293 mm etwas besser aus - dies entspricht immerhin 77 Prozent des Mittelwertes. Zwischen 1992 und 2018 waren insgesamt fünf Sommer im Süden noch trockener.

Die Umweltbehörde dokumentiert solche Entwicklungen seit einigen Jahren mit dem sogenannten Niedrigwasserinformationsdienst (NID). Nachdem es bereits seit mehr als 100 Jahren einen Hochwassernachrichtendienst für den Freistaat gibt, soll mit dem zusätzlichen Angebot auf die Gefahren des Klimawandels reagiert werden. «Mit seinen Messdaten und Lageberichten bietet er bei Niedrigwasser die Grundlage für frühzeitige Reaktionen der Entscheidungsträger insbesondere der Wasserwirtschaft», erläutert das Landesamt. Auch die Bevölkerung könne sich jederzeit über den NID informieren.

Die geringen Niederschläge, verbunden mit zeitweise hohen Temperaturen, führen auch zu Problemen an den Flüssen und Seen, wie der NID berichtet. Einerseits sind Wasserpflanzen und Fische dadurch gefährdet, dass sich die Sauerstoffversorgung in den Gewässern verschlechtert hat. Für Menschen und auch Hunde kann allerdings auch das Baden zum Risiko werden, denn die Wärme fördert im Wasser die Verbreitung der Cyanobakterien, auch als Blaualgen bekannt. Vierbeiner, die gerne ins Wasser gehen, sterben teilweise sogar daran.

«Es treten bereits seit einiger Zeit in einigen Gewässern massenhafte Vorkommen von Blaualgen auf», heißt es in dem jüngsten Lagebericht. Die Cyanobakterien könnten Giftstoffe bilden und auch zu Hautreaktionen führen. «Aus diesem Grund wurden an manchen kleineren Badeseen und auch an einigen größeren Seen in Nordbayern Badewarnungen und zeitweise Verbote ausgesprochen.» Teilweise seien auch langsam fließende Flüsse betroffen. Zuletzt seien die Blaualgen in der Oberpfalz daher auch in der Naab zwischen Kallmünz und Regensburg verstärkt aufgetreten.

© dpa
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