Bistum Würzburg: Prozess gegen Ex-Immobilienchef

Die katholische Kirche besitzt unzählige Immobilien und Grundstücke im Millionenwert. Um etwa sinkende Kirchensteuereinnahmen zu kompensieren, wird so manches verkauft, auch im Bistum Würzburg. Doch dabei soll es nicht immer nach Vorschrift zugegangen sein.
Die Silhouette des Würzburger Doms. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Der frühere Chef eines kirchlichen Bauträgers soll mit dem Verkauf einer Immobilie das Bistum Würzburg um rund 300.000 Euro gebracht haben. Vom kommenden Dienstag an muss sich der Mann wegen Untreue vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Der Angeklagte hat nach Darstellung der Staatsanwaltschaft 2016 einen Teil eines Aussiedlerhofs im Landkreis Würzburg an ein Künstlerehepaar verkauft und dabei einen Nachlass gewährt, ohne erforderliche Zustimmung des Aufsichtsrats des kirchlichen Unternehmens. Kaufpreis: 1,365 Millionen Euro.

Dabei hätte das Areal womöglich zu einem höheren Preis an andere Interessenten veräußert werden können - so soll dem Angeklagten etwa ein Angebot für die gesamte Gehöftanlage in Höhe von 2,9 Millionen Euro vorgelegen haben. Der Aufsichtsrat erfuhr darüber laut Staatsanwaltschaft nichts.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bereits vor Jahren bestritten. Der Mann war bis zur seiner Absetzung 2018 jahrelang Geschäftsführer der SBW-Bauträger- und Verwaltungs-GmbH. Alleingesellschafter der SBW ist der Bischöfliche Stuhl zu Würzburg. Zudem arbeitete der 66-Jährige bis dato als Leiter der Liegenschaftsabteilung des Ordinariats, wurde dann aber freigestellt. «Grund hierfür sind Sachverhalte, die einer Klärung bedürfen», teilte das Bistum damals mit, ohne Details zu nennen.

Kurz darauf informierte die Diözese aber die Staatsanwaltschaft und bat um Klärung der möglichen Ungereimtheiten. «Die Anzeige war geboten aufgrund der Höhe des möglichen Schadens und des eventuellen Unrechts sowie der besseren Ermittlungs- und Beweismöglichkeiten staatlicher Behörden», teilte das Bistum nun kurz vor der Verhandlung vor einer Wirtschaftsstrafkammer mit. «Darüber hinaus wollte sich die Diözese nicht dem Vorwurf der Vertuschung aussetzen.»

Auch der Aufsichtsrat der SBW wurde damals aufgelöst. Die SBW ist nach Bistumsangaben eine Tochtergesellschaft des Bischöflichen Stuhls. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem Wertermittlungen für Immobilien, Projektsteuerung, Architektur- und Immobiliendienstleistungen für kirchliche Einrichtungen sowie technische Baubetreuung von Sozialimmobilien.

© dpa
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