Bedford-Strohm: Hohe Austrittszahlen schmerzen

Heinrich Bedford-Strohm tritt 2023 nach zwölf Jahren als bayerischer Landesbischof ab. Er habe nicht alle seine Vorhaben umsetzen können, sagt er im dpa-Interview. Und vor allem eine Sache schmerzt ihn.
Ein katholisches Kruzifix ist vor dunklen Wolken zu sehen. © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Der evangelische Landesbischof von Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, leidet darunter, dass so viele Menschen seiner Kirche den Rücken kehren. «Natürlich schmerzt es mich, dass der Trend zu höheren Kirchenaustrittszahlen nicht gestoppt werden konnte», sagte der 62-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. «Es wird sehr lange dauern, bis gerade auch junge Leute die Kirche wieder mehr als Heimat und als Ort sehen, an dem sie eine tragfähige Basis für ihr Leben vermittelt bekommen.»

Bedford-Strohm geht in sein letztes Jahr als Landesbischof und gibt sein Amt im Oktober 2023 auf. Für seine Nachfolge waren bis Ende September 26 Vorschläge eingegangen. 61 Kirchenvorstände, Verbände, Pfarrkapitel und Synodale beteiligten sich an den Vorschlägen, einige Personen seien von mehreren Seiten vorgeschlagen worden.

In seiner Sitzung am 27. Januar 2023 soll der Wahlvorbereitungsausschuss einen endgültigen Wahlvorschlag von mindestens zwei und maximal sechs Personen beschließen. Dieser Vorschlag wird danach den 108 Synodalen bekannt gegeben. Am 27. März, soll die Landessynode eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger wählen - auf die oder den große Herausforderungen warten.

«Wegen der großen Pensionsjahrgänge und den abnehmenden Mitgliederzahlen werden wir bis zum Jahr 2030 real 189 Millionen Euro einsparen müssen», sagte Bedford-Strohm.

Auch Kirchen mussten seinen Angaben zufolge unter Spardruck geschlossen werden: «Wir mussten Kirchen entwidmen. Ich habe selbst die Kirche, die mein Vater 1968 als Pfarrer in einem Neubauviertel gebaut hat und in der ich dann aufgewachsen bin und prägende Erfahrungen gemacht habe, in einem Gottesdienst entwidmen müssen. Das war schmerzhaft, aber nicht vermeidbar, weil die Kosten, etwa für Brandschutz, Renovierung und ökologische Tauglichkeit einfach nicht mehr aufzubringen waren», sagte er.

«Wir werden aber solche Entwidmungen gerade bei alten Kirchen, die die Segensgeschichten von Jahrhunderten in ihren Mauern tragen, so weit wie irgend möglich zu vermeiden versuchen.» Man sei beispielsweise auch mit der katholischen Kirche darüber in Gesprächen, inwieweit «wir Gebäude verstärkt ökumenisch gemeinsam nutzen können».

Bedford-Strohm war jahrelang das Gesicht der Protestanten in Deutschland. 2011 war er bayerischer Landesbischof geworden und drei Jahre später Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Im November 2021 gab er den Vorsitz ab.

© dpa
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