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Hamann kritisiert Tuchels Offenheit: «Mehrfach übertrieben»

Dietmar Hamann ist kein großer Freund von Thomas Tuchels Ehrlichkeit in Interviews. Der TV-Experte warnt vor einem Macht-Vakuum beim FC Bayern.
Dietmar Hamann
Dietmar Hamann hat Bayern Münchens Trainer Thomas Tuchel mehr Zurückhaltung in Interviews empfohlen. © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Der frühere Fußball-Nationalspieler Dietmar Hamann hat Bayern Münchens Trainer Thomas Tuchel mehr Zurückhaltung in Interviews empfohlen. «Ich liebe offene Worte, aber für meinen Geschmack hat es Tuchel mehrfach übertrieben», sagte Hamann der «Leipziger Volkszeitung». Zuletzt hatte Tuchel mit seinem sehr authentischen, aber ratlosen Auftritt nach dem verlorenen Supercup-Duell mit RB Leipzig für Irritationen gesorgt.

«Welche sportliche Leitung sagt ihm, dass er nicht immer öffentlich eins zu eins erzählen soll, was er gerade denkt? Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge sind nicht im Tagesgeschäft vor Ort, (Sportdirektor) Christoph Freund fängt erst im September an. Dieses Macht-Vakuum ist absolut schädlich für die Bayern», äußerte der TV-Experte Hamann weiter.

Auch in der Dauerdebatte um die Verpflichtung eines defensiv denkenden Sechsers macht Tuchel nach Hamanns Ansicht keine gute Figur. «Es ist auch keine gute Idee, einem hochverdienten Spieler wie Joshua Kimmich die Eignung für die Sechser-Position abzusprechen. Kimmich spielt in der Nationalmannschaft und bei den Bayern seit Jahren auf dieser Position, kann und muss sie, da bin ich bei Tuchel, defensiver interpretieren. Aber als Trainer muss ich meinen Kapitän stärken, darf ihn nicht schwächen», befand der 49-Jährige.

Tuchel soll Medienberichten zufolge zuletzt das persönliche Gespräch mit Kimmich gesucht haben. Der Mittelfeldspieler hatte immer wieder deutlich gemacht, dass er sich selbst als Idealbesetzung auf der Sechser-Position sieht. Tuchel hingegen wünscht sich an dieser Stelle noch einen Neuzugang. «Was denken Kimmichs Kollegen wohl gerade? Der Jo spielt nur auf der Sechs, weil wir gerade keinen Anderen haben? Die Situation ist heikel», äußerte Hamann.

© dpa
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