In Bayern: Einkommen und «mia san mia»-Effekt wirken positiv

So glücklich wie vor der Corona-Pandemie sind die Menschen in Bayern derzeit nicht. Der Trend geht zwar nach oben. Doch neue Krisen wie die Inflation oder der russische Angriffskrieg in der Ukraine bremsten die Erholung, zeigt der neue «Glücksatlas», den die Universität Freiburg und die Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) am Dienstag vorgestellt haben. Mit einem Glücksindex von 7,06 kommt der Freistaat bundesweit bei der Lebenszufriedenheit auf Platz zwei, hinter Spitzenreiter Schleswig-Holstein (7,14). Auf einer Skala von 0 (ganz und gar unzufrieden) bis 10 (völlig zufrieden) liegt der durchschnittliche Glücksindex in ganz Deutschland bei 6,86.
Zwei Kinder versuchen im Wind aufsteigenden Seifenblasen zu berühren. © Frank Rumpenhorst/dpa

Bayern sei das «Glücksland Nummer zwei», berichten die Forscher und begründen: «Viele junge, gut ausgebildete Einwohner mit gutem Einkommen, junge Familien und eine gute Wirtschaftsstruktur tragen dazu bei.» Selbst während der Corona-Krise sei die Zufriedenheit hier im Durchschnitt höher gewesen als in vielen anderen Regionen. Doch es gibt Unterschiede. Spitzenreiter ist Niederbayern mit einem Glücksindex von 7,26, gefolgt vom Süden Bayerns (7,13). Signifikant unzufriedener seien die Leute dagegen in der Oberpfalz (6,95) und in Franken (6,94). Und Menschen auf dem Land seien etwas glücklicher als Münchner oder Nürnberger.

Die Studie begründet das gute Abschneiden unter anderem mit dem in Bayern höheren Haushaltsnettoeinkommen. Im unteren Einkommensbereich gebe es jedoch Probleme. Die Wissenschaftler verweisen insbesondere auf immens hohe Wohnkosten. Der neue finanzielle Druck bremse die Erholung der Lebenszufriedenheit im Jahr 2022 ab.

Was sich den Experten zufolge in Bayern aber auf jeden Fall positiv auswirkt, ist das allgemeine Gefühl, kulturell und wirtschaftlich von anderen unterscheidbar zu sein. So entstehe ein Identitäts- und Verbundenheitsgefühl. «Das bayerische "mia san mia" hat also eine glücksstiftende Komponente», so das Fazit der Forscher.

© dpa
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