Faeser: Mangelnde Aufklärung von Olympia-Attentat beschämend

Dass 50 Jahre nach dem Attentat auf die israelische Olympia-Mannschaft immer noch offene Fragen zum Ablauf des Anschlags und der gescheiterten Befreiungsaktion bleiben, ist aus Sicht von Bundesinnenministerin Nancy Faeser nicht hinnehmbar. «Nun muss umfassend geklärt werden, was zu klären ist», sagte die SPD-Politikerin am Montag bei einer Gedenkveranstaltung im bayerischen Fürstenfeldbruck, an dem auch Angehörige der Opfer des Attentats teilnahmen. «Es ist in der Tat beschämend, dass die Aufarbeitung längst nicht erfolgt ist.» Deshalb sei es ihr wichtig, dafür eine unabhängige Kommission aus deutschen und israelischen Historikern einzusetzen.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser spricht bei der Gedenkveranstaltung zum Olympia-Attentat. © Sven Hoppe/dpa

Am 5. September 1972 hatten palästinensische Terroristen bei den Olympischen Spielen in München die israelische Mannschaft überfallen. Elf Mitglieder des Teams und ein Polizist wurden getötet, die meisten von ihnen bei einer misslungenen Befreiungsaktion der Polizei am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck.

Faeser erinnerte daran, dass die gescheiterte Befreiungsaktion 1972 zur Gründung der Spezialeinheit GSG 9 geführt hatte. Es sei gut, dass diese inzwischen auch ein enges Verhältnis zur israelischen Spezialeinheit JAMAM aufgebaut habe. Der 5. September 1972 stehe auch für die Pflicht, Jüdinnen und Juden in Deutschland wirksam zu schützen, betonte Faeser. Sie sagte: «Wir können und werden den Antisemitismus in Worten und Taten niemals zulassen und werden ihm weiter in aller Entschiedenheit entgegentreten».

Faeser bat die Angehörigen im Namen der Bundesregierung um Entschuldigung für das Versagen des deutschen Staates: sowohl was den mangelnden Schutz für die israelischen Sportler damals und die gescheiterte Befreiungsaktion angeht, als auch den späteren Umgang mit den Opferfamilien.

© dpa
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