Zugunglück: Ermittlungen gegen vier Beschuldigte

Es war eines der schwersten Zugunglücke in Deutschland: Fünf Menschen starben, als Anfang Juni ein Regionalzug bei Garmisch-Partenkirchen entgleiste. Fast zwei Monate später wird noch immer nach der genauen Ursache gesucht - und nach möglichen Verantwortlichen.
Einer der insgesamt sechs Zugteile steht mit den Rädern neben dem Gleisbett. © Angelika Warmuth/dpa/Archivbild

Die Staatsanwaltschaft München II hat nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen die Ermittlungen auf eine vierte Person ausgeweitet. Damit werde nun gegen vier Mitarbeiter der Deutschen Bahn wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem vierten Beschuldigten handele es sich um einen Fahrdienstleiter. Damit sind nun zwei Fahrdienstleiter im Visier der Ermittler.

Der Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München war am 3. Juni entgleist. Vier Frauen und ein 14-Jähriger aus der Region starben. 16 Menschen wurden schwer verletzt, etwa 50 leicht.

Das Ermittlungsverfahren bedeute nicht, dass die Beschuldigten tatsächlich Mitschuld treffe und Anklage erhoben werde. Es könne auch zu einer Einstellung des Verfahrens kommen, erläuterte die Anklagebehörde. Die Strecke sei weitgehend für die Instandsetzung freigegeben, nur an einem Teilstück fänden noch Begutachtungen statt.

Eine Sonderkommission «Zug» arbeitet weiter auf Hochtouren an der Aufklärung der Unglücksursache. «Die Soko wird noch etliche Zeit arbeiten», sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag. Es werde «eher Monate als Wochen» dauern, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien.

Zahlreiche Zeugen seien zu vernehmen. «Es ist eine sehr große Anzahl von Personen, die befragt und vernommen werden müssen», sagte Sonntag. «Wir wollen mit jedem sprechen, der in dem Zug saß, und wir wollen auch mit vielen weiteren Personen sprechen, die uns weiterhelfen können, die mit dem Bahn in Verbindung stehen.»

An den Untersuchungen ist die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) beteiligt. Diese hatte vor einigen Wochen mitgeteilt, der Fokus der Untersuchung liege bei den Fahrzeugen sowie bei der Infrastruktur. Vieles spricht Experten zufolge dafür, dass Probleme am Gleiskörper für den Unfall zumindest mitverantwortlich waren.

Auf der Strecke rollen auch zwei Monate nach dem Unglück noch keine Züge. Wann der Betrieb wieder starten kann, ist offen. Die Bahn machte dazu bisher keine Angaben. Rund um die Unfallstelle müssen 700 Meter Schienen sowie 500 Schwellen erneuert werden. Zudem sind neue Oberleitungen nötig. Auch müssen drei Masten erneuert werden, die teils von umstürzenden Waggons umgerissen wurden und die nun neue Betonfundamente brauchen.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Bundesliga: Kahns Chefansage - Musiala ist Bayerns-«Schlüsselspieler»
People news
Britisches Königshaus: Prinz William fordert mehr Sicherheit für Kinder im Internet
Games news
Featured: Dead by Daylight: Alle Promo-Codes im Oktober 2022
Games news
Featured: Archero-Tipps: Gibt es Cheats oder Promo-Codes für das Handyspiel?
Handy ratgeber & tests
Featured: Gibt es Promo-Codes im Oktober 2022 zu RAID: Shadow Legends?
Internet news & surftipps
Autobauer: Tesla-Chef Musk führt Roboter-Prototypen vor
Wohnen
Hydraulischer Abgleich : Nicht umlegbar: Kosten für Heizungsoptimierung
Auto news
Panorama: Oldtimer-Rallye Colorado Grand: Dem Himmel so nah
Empfehlungen der Redaktion
Panorama
Unfälle: Zugunglück in Garmisch: Ermittlungen gegen vier Personen
Regional bayern
Unfall: Nach Zugunglück von Garmisch: Arbeit an Strecke geht weiter
Panorama
Bahnunglück: Nach Zugunfall von Garmisch-Partenkirchen auch Lok geborgen
Regional bayern
Bahnverkehr: Nach Zugunglück: Strecke im September wieder fahrbereit
Panorama
Bayern : Zugunglück in Bayern: Was wir wissen - und was nicht
Panorama
Zugunglück: Fahrlässige Tötung: Emittlungen gegen drei Bahnmitarbeiter
Regional bayern
Zugunglück: Suche nach Ursache: Ermittlungen gegen Bahnmitarbeiter
Panorama
Garmisch-Partenkirchen: Zugunglück: Ermittler untersuchen weiter den Unfallort