Kampf dem Dauerstau vor Garmisch: Tunnel Oberau offen

26.05.2022 Fast jeder Urlauber oder Ausflügler stand hier schon mal im Stau: auf dem Weg nach Garmisch-Partenkirchen. Ein neuer Tunnel soll Abhilfe schaffen. Bei der Eröffnung dabei: eine «Tunnelpatin» und ein «Tunnelgott». Aber die Buddelei hat noch lange kein Ende.

Der neue Tunnel Oberau während der Eröffnung. © Sven Hoppe/dpa

Nach rund elf Jahren Bauzeit ist auf der notorisch überlasteten Bundesstraße Richtung Garmisch-Partenkirchen eine wichtige Umgehung frei. Der Tunnel für Oberau wurde am Donnerstag als längster Straßentunnel Bayerns eröffnet. Der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sprach von einem «historischen Tag». Die Bewohner würden von Lärm und Abgasen befreit, der Verkehr komme besser voran.

Als erstes fuhren «Tunnelpatin», Biathletin Magdalena Neuner aus Garmisch-Partenkirchen, und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in Cabrios in die Röhren. Dobrindt hatte als damaliger Bundesverkehrsminister Millionen für das Bauvorhaben in seinen Wahlkreis geleitet. In der Region firmiert er auch als «Tunnelgott».

Die Umgehung ist ein wichtiger Baustein für eine bessere Verbindung vom Autobahnende der A95 nach Garmisch-Partenkirchen und Österreich. Dort stehen seit Jahren Urlauber und Ausflügler im Stau. Umweltschützer fürchten allerdings, dass mit dem Ausbau noch mehr Blechlawinen in die Region um die Zugspitze drücken.

Am Donnerstag durften Fußgänger, Radfahrer und Blader in die Röhren, am Freitag folgen Autos. Kernstück ist der knapp drei Kilometer lange Tunnel mit zwei unabhängigen Röhren. Diese kommen südlich von Oberau wieder ans Licht und schließen an das schon mit einem Tunnel ausgebaute Stück der B2 beim Nachbarort Farchant an. Insgesamt ist die Umfahrung 4,2 Kilometer lang, der Bund investierte 260 Millionen Euro.

«Oberau ist ein Jahrhundertprojekt», sagte Dobrindt. «Ich durfte heute zwei historische Momente erleben: die Fertigstellung des Tunnels. Und ich war heute Teilnehmer im letzten Stau an der A95 vor Oberau.»

Ob er damit Recht behält, ist ungewiss. Denn es werden weitere Tunnel gegraben. Für den vierspurigen Ausbau zwischen Eschenlohe und Oberau mit dem Auerbergtunnel war im vergangenen August der Spatenstich. Gebaut wird auch am Kramertunnel als Umgehung für den Ortsteil Garmisch. In Planung ist zudem der Wanktunnel als Umgehung für den Ortsteil Partenkirchen. Wenn zum Ende des Jahrzehnts alle Tunnel fertig sein sollten, soll es von München durchweg vierspurig nach Garmisch-Partenkirchen gehen.

Der Tunnel in Oberau wurde nun pünktlich zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau Ende Juni fertig, zu dem in der Region massenweise Polizisten und Medienvertreter sowie Gipfel-Gegner erwartet werden.

© dpa

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