Kahn lobt Bayern: Sané dankt seinen Abwehrkollegen

In der Champions League ist der FC Bayern auf Kurs. Beim Heimsieg gegen Barcelona benötigen die Münchner zunächst eine Portion Glück, ehe sie mit einer «anderen Power» auftreten und zweimal treffen.
Münchens Lucas Hernández (l) macht das Tor zum 1:0 gegen Barcelonas Torhüter Marc-André ter Stegen. © Peter Kneffel/dpa

Abgekämpft und teilweise sogar humpelnd verließen die siegreichen Bayern-Profis die Münchner Fußball-Arena - aber auch glücklich und zufrieden. Das nach einem Leistungsschub in der zweiten Spielhälfte erarbeitete 2:0 (0:0) gegen den FC Barcelona mit einem torlosen Rückkehrer Robert Lewandowski war ein Meilenstein Richtung Achtelfinale der Champions League. «International zeigt die Mannschaft, was in ihr steckt», lobte Bayern-Chef Oliver Kahn kurz vor Mitternacht in den Katakomben des Stadions.

Nationalspieler Leroy Sané erklärte die Abwehr um Torwart Manuel Neuer und das «überragende» Innenverteidiger-Duo Dayot Upamecano und Lucas Hernández zum Schlüssel für den Erfolg. «Wir Offensive müssen Dankeschön sagen an unsere Defensive», sagte der Angreifer, der am Dienstagabend nach dem Kopfballtor von Hernández (50. Minute) mit seinem fein herausgespielten 2:0 den entscheidenden Doppelschlag perfekt machte (54.).

«Wir haben in der ersten Halbzeit schon auch das nötige Quäntchen Glück gehabt. Dann ist die Mannschaft mit einer anderen Power aufgetreten und hat zwei schnelle Tore gemacht», resümierte Kahn. Barça agierte vor 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena in den ersten 45 Minuten dominant, verpasste es aber - inklusive des ausnahmsweise fehlbaren Lewandowski -, die Torchancen zu verwerten.

«Es ist ärgerlich, wir hätten hier mehr erzielen können», haderte Trainer Xavi. Weltfußballer Lewandowski verließ seine langjährige Wirkungsstätte derweil wortlos. Es war nicht sein Abend gewesen.

Nach zwei 2:0-Erfolgen bei Inter Mailand und gegen Barcelona sind die Bayern als Tabellenführer der Gruppe C in Europa voll auf Kurs. In den kommenden beiden Spielen gegen den mit zwei Niederlagen gestarteten Außenseiter Viktoria Pilsen könnte in der ersten Oktober-Hälfte bereits das Weiterkommen besiegelt werden. Kahn sieht dennoch keinen Anlass, «in Euphorie zu verfallen. Wir haben noch Phasen im Spiel, wo wir besser spielen können.»

Die intensiven 90 Minuten kosteten zudem nicht nur viel Kraft, sondern hinterließen auch Blessuren. Weltmeister Hernández zog sich eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich zu, deren Schwere zunächst nicht feststand. Abwehrkollege Upamecano verließ die Kabine mit einem bandagierten linken Knie. Und als dritter Verteidiger musste Benjamin Pavard nach einem Zusammenprall bereits frühzeitig vom Platz. Der Franzose sei «ein bisschen benommen» gewesen, klärte Trainer Julian Nagelsmann auf.

Der Coach lobte seine Mannschaft für das, was ihr zuletzt bei der Remis-Serie in der Bundesliga gefehlt habe: «Wir haben die Effizienz gezeigt, die wir gegen Stuttgart oder Gladbach vermisst haben.» Für Kapitän Neuer war der Heimsieg eine Willensleistung: «Wir wollten diese drei Punkte einfach mehr als Barcelona.»

© dpa ⁄ Christian Kunz, Klaus Bergmann und Stefan Tabeling, dpa
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