Fürther Fans fordern Schneiders Rauswurf

Wieder nicht zu Null! Fürths Trainer Schneider gerät mächtig unter Druck. Der Geschäftsführer sieht viel Angst. Der Jahn hadert wieder mit verlorenen Punkten.
Fußballspieler kämpfen um den Ball. © Uli Deck/dpa/Symbolbild

Der Frust über das fünfte Auswärtsspiel ohne Sieg saß tief bei den Fans der SpVgg Greuther Fürth. Der Schuldige war unmittelbar nach dem 2:2 am Freitagabend beim SSV Jahn Regensburg ausgemacht und «Schneider raus!»-Rufe hallten deutlich vernehmbar aus dem fränkischen Gästeblock. Das Kleeblatt verpasste auch im bayerischen Duell den Befreiungsschlag im Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga. Genau wie das von Trainer Marc Schneider anvisierte «Zu-Null-Spiel».

«Natürlich trifft einen das», sagte der Schweizer angesprochen auf den schwindenden Rückhalt der Fans und versuchte in dem aus Fürther Sicht glücklichen Unentschieden irgendwo das Positive zu finden: «Trotzdem haben wir das dritte Spiel in Folge nicht verloren. Mit den Einwechslungen kam nochmal ein Schub, das spricht für die intakte Moral», sagte der 42 Jahre alte Fußball-Lehrer.

Ein Fürther Schub dürfte den neutralen Beobachtern des bayerischen Duells, in dem die Regensburger fast durchweg das bessere Team waren, entgangen sein. Vielmehr sahen 10 716 Zuschauer gehemmte Franken, die lieber den Ball nach vorne bolzten, als den spielerische Ansatz zu suchen. «Angst lähmt. Wir verlieren die Bälle viel zu schnell» sagte Kleeblatt-Geschäftsführer Rachid Azzouzi und mahnte: «So darfst du fußballerisch nicht weitermachen.»

Damian Michalski (34.) und Simon Asta (74.) mit seinem ersten Profitreffer trafen für die Spielvereinigung wie aus dem Nichts. Kaan Caliskaner (42./62.) sorgte für die zwischenzeitliche Regensburger Führung. «Momentan sitzt eher der Frust», sagte der Doppeltorschütze trotz seines persönlichen Erfolges.

Trainer Mersad Selimbegovic, der unmittelbar nach Abpfiff noch an der Seitenlinie gewütet hatte, zeigte sich mit etwas Abstand zum Spiel dann doch zufrieden. «Ich kann der Mannschaft nicht viel vorwerfen. Es war in vielen Punkten eine Steigerung. Wir können mit breiter Brust nach Kaiserslautern fahren.» Fürths Brust vor dem Heimspiel gegen Rostock dürfte dagegen etwas dünner sein.

© dpa
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