Teures Holz hilft Staatsforsten in die Gewinnzone

Für viele Unternehmen ist die rasante Teuerung der vergangenen Monate eine Last - die Staatsforsten zählen zu den Profiteuren.
Mit Forsttechnik wird aus einem Waldstück Totholz entfernt. © Matthias Bein/dpa/Symbolbild

Nach Jahren hoher Verluste schreiben die Bayerischen Staatsforsten wieder schwarze Zahlen. Im Geschäftsjahr 2022 hat Deutschlands größter Forstbetrieb einen kleinen Nettogewinn von 5,3 Millionen Euro erwirtschaftet, wie das Unternehmen am Freitag in München mitteilte. Im Vorjahr hatte sich der Verlust noch auf über 64 Millionen Euro belaufen. Hauptursache für das bessere Ergebnis war der deutliche Preisanstieg bei Holz, wie der Vorstandsvorsitzende Martin Neumeyer sagte. Obwohl die Staatsforsten sogar etwas weniger Holz verkauften als im Vorjahr, stieg der Umsatz von knapp 340 auf 407 Millionen Euro.

In den drei schlechten Vorjahren hatten die Staatsforsten insgesamt 160 Millionen Euro Verluste eingefahren und waren so in Bedrängnis geraten, dass der Vorstand 50 Millionen Euro Kredite aufnehmen musste. Um das Staatsunternehmen gegen neuerliche Krisen abzusichern, hat der Vorstand einen «Klimawaldfonds» aufgelegt, der für künftige Notzeiten mit 200 Millionen Euro ausgestattet werden soll.

Das Finanzloch der Vorjahre war auf niedrige Holzpreise kombiniert mit hohen Unwetter- und Borkenkäferschäden zurückzuführen. Der Vorstand rechnet auch im laufenden Jahr mit schwarzen Zahlen, doch Finanzchef Manfred Kröninger äußerte sich vorsichtig. «Jetzt heißt es, die gute Situation nutzen und Vorsorge zu betreiben», sagte er.

Das finanzielle Wohlergehen der Staatsforsten hängt von Natur und Konjunktur gleichermaßen ab: Dürrejahre führen zu hohen Waldschäden und begünstigen die Vermehrung der Borkenkäfer, die hauptsächlich Fichten befallen und innerhalb kurzer Zeit zum Absterben bringen können, starke Stürme sind ebenfalls ein Risikofaktor. Die Holznachfrage wiederum wird maßgeblich von der Baukonjunktur beeinflusst, der wegen Kostenexplosion und Zinsanstieg nach weit verbreiteter Einschätzung in Bau- und Immobilienbranche ein Einbruch bevorsteht.

Auch die Staatsforsten spüren die Auswirkungen der Energiekrise in Form stark gestiegener Nachfrage nach Brennholz, die das Unternehmen nicht in Gänze bedienen kann: Für Neukunden sei «wenig Raum», sagte Neumeyer.

Die Vorgabe der Staatsregierung, im Staatswald innerhalb von zwei Jahren die Planung 100 neuer Windräder auf den Weg zu bringen, wird das Unternehmen nach Neumeyers Worten erfüllen können. Bis diese Windanlagen dann auch alle gebaut sind und in Betrieb gehen, werden demnach aber noch mehrere Jahre vergehen.

© dpa
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