Wissenschaftler aus der Ukraine forschen in Bayern weiter

Aus der Ukraine fliehen Menschen mit unterschiedlichsten Berufen und Lebenshintergründen. Universitäten in Bayern wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem angegriffenen Land die Möglichkeit geben, ihre Forschungsarbeit hier fortzusetzen.
Mehrere Männer gehen durch ein Gebäude der Universität in Bayreuth. © picture alliance/dpa/Archivbild

Erste Gastforscher aus der Ukraine sind in Bayern angekommen, um hier an den Universitäten zu arbeiten. Beispiel Bayreuth: Die Universität begrüßte vor einigen Tagen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem von Russland angegriffenen Land. «Wir sind solidarisch mit unseren Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine und wir halten es für unsere Pflicht, ihnen in dieser schwierigen Situation beizustehen», sagte Universitätspräsident Stefan Leible. Die Finanzierung laufe über das Gastforschungsprogramm für geflohene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Volkswagen Stiftung.

Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sagte: «Es kommen Menschen zu uns, die um ihr Leben fürchten müssen. Deswegen hilft Bayern schnell und unkompliziert mit einem Bündel an Maßnahmen. Und: Wir empfangen kluge Köpfe, die an unsere Hochschulen kommen wollen, mit offenen Armen.»

Die Technische Universität München (TUM) hat ein Fellowship-Programm aufgelegt, das geflüchteten Forschenden einen Aufenthalt in Bayern ermöglicht. Mitte März konnten die ersten Zusagen an aus der Ukraine stammende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Familien gegeben werden. Für zunächst sechs Monate können Forschende im Rahmen des Programms in München leben und arbeiten. Sie würden an zu ihren Fachgebieten passenden Lehrstühlen gemeinsam mit Professorinnen oder Professoren der TUM weiter an zukunftsträchtigen Projekten wissenschaftlich arbeiten können, hieß es in einer Mitteilung. Finanziert werde das Programm durch private Spenderinnen und Spender.

«Wir gewähren denen, die ihre Heimat fluchtartig verlassen mussten, Sicherheit, Zuflucht und die Möglichkeit, ihre wissenschaftliche Arbeit, die für sie oft ihr Lebensinhalt ist, fortzusetzen», sagte TUM-Präsident Thomas F. Hofmann.

An der Uni Bayreuth begann ein Rechtswissenschaftler aus der Ukraine bereits an Forschungen zum Europarecht. Ein Physik-Professor und ein Doktorand können nun ebenfalls in Bayreuth arbeiten. Sie werden am Lehrstuhl von Anna Köhler arbeiten, die berichtete: «Wir waren gerade zusammen auf einem von mir geleiteten Netzwerktreffen in Österreich, als uns morgens die Nachricht des Kriegsausbruchs überraschte. Es war sofort klar, dass die beiden Kollegen nicht nach Kiew zurückkehren konnten, und so sind sie zunächst mit mir nach Bayreuth zurückgekehrt.» Nun könnten sie hier ihre wissenschaftliche Arbeit fortsetzen.

Die bayerischen Hochschulen unterstützten aus der Ukraine geflüchtete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen ihrer eigenen umfassenden Netzwerke, teilte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums weiter mit. Zudem habe das Ministerium einen Notfonds eingerichtet, bei dem Hochschulen Geld abrufen können.

© dpa
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