Mitarbeiter zeigt israelischer Sportdelegation Hitlergruß

Während der European Championships in München soll ein Sicherheitsmitarbeiter den Mitgliedern einer israelischen Delegation den Hitlergruß gezeigt haben. Wie die Polizei am Mittwoch berichtete, wurde der 19-Jährige am Dienstagabend umgehend von einem Polizisten festgenommen, der vor Ort war und die Tat selbst beobachtet hatte. Zuvor hatten «Süddeutsche Zeitung» und «Bild» über den antisemitischen Vorfall berichtet.
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. © David Inderlied/dpa/Symbolbild

Laut der Polizei waren die Funktionäre und Sportler aus Israel gerade im Olympiapark unterwegs, um Gedenkstätten des Terroranschlags auf die israelische Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 zu besuchen. Die 16 Teilnehmer der Gruppe gingen im Bereich der Hanns-Braun-Brücke. Unweit der Brücke steht das von dem niederbayerischen Bildhauer Fritz Koenig geschaffene Klagebalken-Denkmal für die Terroropfer. Bei dem Anschlag am 5. September 1972 durch ein palästinensisches Terrorkommando starben elf israelische Sportler und Trainer sowie ein deutscher Polizist.

Gegen 19.20 Uhr am Dienstag sei einer von vier Ordnern eines Berliner Sicherheitsdienstes von dem Beamten dabei beobachtet worden, wie er die verbotene NS-Geste gezeigt habe, berichtete die Polizei. Die Delegation selbst soll davon nichts bemerkt haben.

Der ebenfalls aus Berlin stammende junge Mann wurde wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen angezeigt und später wieder von der Polizei auf freien Fuß gesetzt. Der Staatsschutz der Kripo führt nun die weiteren Ermittlungen. Der Verdächtige wurde vom Veranstalter von allen weiteren EM-Veranstaltungen ausgeschlossen, ebenso wie seine drei Kollegen.

Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl nannte der Vorfall «unerträglich». Die SPD-Politikerin versicherte, dass der Fall lückenlos aufgearbeitet werde. «Über die erfolgreiche Teilnahme der israelischen Mannschaft freuen wir uns als Ausrichterstadt der European Championships 2022 ganz besonders», sagte sie. «Antisemitismus in jeder Form werden wir auch weiterhin entschieden entgegentreten.»

© dpa
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