Noch keine weiteren Spuren nach Gold-Diebstahl

Der filmreife Einbruch in das oberbayerische Kelten-Museum mit dem großen Gold-Klau beschäftigt zahlreiche Polizisten in Bayern. Noch gibt es nicht die berühmte heiße Spur, doch der Chefermittler gibt sich optimistisch.
Ein eingeschlagenes Vitrinen-Fenster ist im Kelten-Römer-Museum zu sehen. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Nach dem spektakulären Gold-Diebstahl aus dem Kelten und Römer Museum in Manching suchen die Ermittler - auch international - weiter nach den Tätern. Nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) vom Donnerstag gab es noch keine wesentlichen Zeugenhinweise. Zudem gebe es auch darüber hinaus keine neuen Ermittlungsansätze. Nach Angaben eines LKA-Sprechers ist der Tatort in Manching nicht mehr gesperrt, so dass das Museum voraussichtlich am kommenden Mittwoch (30. November) wieder öffnen könne.

Nach den bisherigen Ermittlungen brauchten die unbekannten Täter nur neun Minuten, um in der Nacht zum Dienstag in das Museum einzubrechen und dort wertvolle Goldmünzen zu stehlen. Erst am nächsten Morgen bemerkten Museumsmitarbeiter die Tat.

Dennoch gibt sich die Ingolstädter Staatsanwaltschaft zuversichtlich, die Täter finden zu können. «Alle Täter kochen nur mit Wasser und wir haben schon unsere Mittel und Wege, da auch dagegenzuhalten», sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Nicolas Kaczynski. «Ich bin optimistisch.» Gemeinsam mit dem LKA solle das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Welche Maßnahmen konkret geplant sind, wollte der Chefermittler aber nicht sagen.

Bei dem Einbruch wurden 483 Münzen und ein Gold-Gusskuchen gestohlen. Die mehr als zwei Jahrtausende alten keltischen Goldmünzen wurden 1999 bei einer archäologischen Grabung in Manching entdeckt. Der reine Materialwert des 3,7 Kilo schweren Schatzes wird auf rund eine Viertelmillion Euro geschätzt, der Handelswert für die historischen Münzen geht allerdings in die Millionen.

Es wird befürchtet, dass die Täter das Gold einschmelzen könnten, weil die Münzen wegen ihrer Bekanntheit als unverkäuflich gelten. «Das wäre eine Katastrophe», sagte der Archäologe Matthias Leicht, der vor 23 Jahren die Manchinger Grabung geleitet hatte, dem «Münchner Merkur». Der kulturelle Wert der Sammlung sei unermesslich. «Es ist ja immerhin der größte keltische Goldschatzfund des 20. Jahrhunderts.»

Zur Zeit des Museumseinbruchs kam es zu einer Sabotage des Telefonnetzes in dem Ingolstädter Vorort. In der Folge waren Telefon, Internet und auch die Alarmanlage des Manchinger Museums lahmgelegt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Einbrecher die Telekom-Leitungen zerstört haben, um dann ungestört in das Museum zu gelangen.

«Das ist ein relativ nahe liegender Verdacht - ohne mich da jetzt zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen - dem man nachgehen muss», sagte Kaczynski. «Ob die Verbindung tatsächlich besteht oder es nur Zufall ist, letzten Endes werden das die weiteren Ermittlungen ergeben müssen.»

Die Ermittler fahnden auch international nach den Tätern. Kunstdatenbanken seien über den Diebstahl informiert worden für den Fall, dass die Münzen dort auftauchen. Und neben dem Bundeskriminalamt wurden nach Angaben des LKA auch Europol und Interpol eingeschaltet.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
WM-Achtelfinale: Mbappé-Gala gegen Polen: Frankreich feiert WM-Viertelfinale
People news
Sternekoch: Tim Raue: Politiker mögen kein Rumjammern
Games news
Featured: Resident Evil: Chronologische Reihenfolge der Spiele
People news
Dänische Königin: Margrethe II. zu Jubiläums-Gottesdienst in London
Testberichte
Kurztest: Opel Mokka-e : Scheinriese unter Strom
Internet news & surftipps
Internet: Twitter sperrt Kanye West erneut
Reise
Gestörte Zugverbindungen: Bahnstreik in Frankreich bremst Verkehr nach Deutschland aus
Handy ratgeber & tests
Featured: Waagen-Apps für Apple Watch: Diese synchronisieren sich mit dem iPhone
Empfehlungen der Redaktion
Panorama
Kriminalität: Noch keine Zeugenhinweise nach Gold-Diebstahl aus Museum
Panorama
Keltenschatz : Optimismus nach Goldklau: «Täter kochen nur mit Wasser»
Regional bayern
Kelten Römer Museum: LKA informiert über Diebstahl von Goldschatz aus Museum
Regional bayern
Manching: Ermittler nach Golddiebstahl aus Museum zuversichtlich
Panorama
Manching: Ermittler nach Gold-Diebstahl aus Museum zuversichtlich
Panorama
Museum: Keine heiße Spur nach Golddiebstahl in Manching
Regional bayern
Diebstahl: Gestohlener Goldschatz: Einbruch dauerte nur neun Minuten
Panorama
Bayern: Gestohlener Goldschatz - Einbruch in neun Minuten