Comic-Salon rückt Feminismus in den Mittelpunkt

Comics sind bei Kindern und Erwachsenen beliebt, denn sie sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch ein Spiegel der Gesellschaft. Jetzt kommt die Szene wieder in Erlangen zusammen.
Eine als der Star Wars Charakter «Boba Fett» verkleidete Person geht durch den Comic Salon. © Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Feminismus und Geschlechtervielfalt stehen beim diesjährigen 20. Internationalen Comic-Salon in Erlangen im Mittelpunkt. «Früher waren Comics reine Jungs- und Männersache», sagte Festivalleiter Bodo Birk. Das habe vor allem daran gelegen, dass die klassischen Comics hauptsächlich von Superhelden, Abenteuern und Science-Fiction handelten. Doch das habe sich in den vergangenen zehn Jahren mit Mangas und Graphic Novels geändert, die vielfach von Mädchen und jungen Frauen gelesen würden.

Auch bei den Autorinnen und Autoren gab es einen Wandel: In Deutschland sei der überwiegende Anteil der erfolgreichen unter ihnen weiblich, sagte Birk. «Mit den Frauen haben in den letzten Jahren natürlich auch feministische Themen in die Comics Einzug gehalten.»

Vom 16. bis 19. Juni zeigen während des Comic-Salons rund 20 Ausstellungen die Vielfalt des Genres. Auf der Messe werden mehr als 200 Ausstellende ihre Neuerscheinungen vorstellen. Etwa 400 Künstlerinnen und Künstler werden anwesend sein, um live vor Publikum zu zeichnen, aus ihren Werken zu lesen oder diese zu signieren. Die Veranstalter erwarten mehr als 25.000 Besucherinnen und Besucher.

Feministische Comics und den prägenden Einfluss von Zeichnerinnen behandelt die Ausstellung «Vorbilder*innen - Feminismus in Comic und Illustration». Auch der schwedischen Comic-Künstlerin Liv Strömquist und ihren feministisch-politischen Alltagsstudien, der ehemaligen Charlie-Hebdo-Zeichnerin Catherine Meurisse und der deutschen Zeichnerin Birgit Weyhe sind eigene Ausstellungen gewidmet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Comics und Geschichten aus Afrika.

Der Comic-Salon gilt als das größte Festival für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum. Dieses richtet die Stadt Erlangen alle zwei Jahre aus. 2020 konnte der Comic-Salon wegen der Corona-Pandemie aber nur digital veranstaltet werden. «Rein umsatzmäßig hat der Comic-Markt unter der Pandemie erst einmal nicht gelitten. Die Umsätze im Comic-Segment sind teilweise erfreulich gewachsen», sagte Birk. Dennoch spielten Begegnungen mit den Leserinnen und Lesern sowie Austausch und Anregung für die künstlerische Entwicklung wie in anderen Literatursegmenten eine wesentliche Rolle.

Einer der Höhepunkte des Comic-Salons ist die Verleihung des Max und Moritz-Preises in verschiedenen Kategorien. Den Preis für sein Lebenswerk erhält der japanische Manga-Zeichner Naoki Urasawa. Die Komikerin Hella von Sinnen und der Schriftsteller Christian Gasser werden die Gala am 17. Juni moderieren.

© dpa
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