Hochschulen fürchten Mehrkosten in hohem Millionenbereich

Die hohen Energiepreise gehen nicht nur dem Privatverbraucher ans Portemonnaie. Auch ehrwürdige Institutionen haben damit zu kämpfen, die bayerischen Hochschulen sind da keine Ausnahme. Dennoch soll eine ganz bestimmte Gruppe auf keinen Fall unter dem Problem leiden.
Studenten nehmen an einer Präsenzveranstaltung im Audimax der Technischen Universität München teil. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Die bayerischen Hochschulen rechnen aufgrund der gestiegenen Energiepreise allein in diesem Jahr mit Mehrkosten in einem hohen zweistelligen Millionenbereich. So erwarten die zwölf Universitäten im Freistaat rund 50 Millionen Euro an zusätzlichen Ausgaben, wie Alexander Fehr von der bayerischen Universitätenkonferenz der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die 19 Hochschulen für angewandte Wissenschaften beziehungsweise Technischen Hochschulen können die Mehrkosten noch nicht beziffern, rechnen aber ebenfalls mit einer Energiepreiserhöhung im zweistelligen Millionenbereich.

Als Gegenmaßnahmen würden unter anderem die Raumtemperaturen auf bis zu 18 Grad abgesenkt, teilte der Zusammenschluss «Hochschule Bayern» für die Fachhochschulen auf Anfrage mit. In Gängen und Fluren dürften die Heizungen vielerorts gänzlich kalt bleiben. «Ziel ist eine Reduzierung des Energieverbrauchs in Höhe von mindestens 15 Prozent.»

Seminare und Vorlesungen sollen aber nicht ausfallen, da sind sich beide Verbände einig. «Die Haltung der bayerische Universitäten ist, dass wir am Präsenzsemester festhalten und nicht daran rütteln», betonte Fehr. «Wir wollen nicht, dass erneut die Studierenden belastet werden in einer Krise und wieder Nachteile erleiden. Viele Studierende haben die Universitäten nur kurz von innen gesehen und zwei Jahre vorrangig digital an der Lehre teilgenommen.» Außerdem gehöre zum Auftrag der Hochschulen auch die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen, wozu der unmittelbare Austausch und die persönliche Interaktion wesentlich beitrage.

Für kleinere Universitäten rechnet die Universitätenkonferenz, die auch unter dem Namen «Universität Bayern» firmiert, im Jahr 2022 mit Mehrkosten für Gas und Strom in Höhe von je fünf bis acht Millionen Euro. Die großen Einrichtungen wie die Ludwig-Maximilians-Universität oder die Technische Universität in München dürften gar zehn bis zwölf Millionen Euro zusätzlich zu schultern haben. Die Hochschulen sind einer der größten Flächennutzer überhaupt im Freistaat und werden deshalb von der Kostenexplosion besonders stark getroffen.

Die Fachhochschulen können die anfallenden Mehrkosten nach eigenem Bekunden nicht aus ihren regulären Haushalten finanzieren. «Es sind hier keine entsprechenden Ressourcen vorhanden», hieß es. Auch Fehr wünscht sich für die Universitäten: «Wir würden gerne additiv Mittel des Freistaats haben, dem die Hochschulen ja obliegen, die das kompensieren.» Bislang heiße es aus dem Ministerium nur, dass für 2023 an einer Lösung gearbeitet werde.

Derweil hat jüngst die Kultusministerkonferenz die Bundesregierung um Unterstützung gebeten. «Aus der Energiekrise darf keine Eiszeit für Forschung und Lehre werden», betonte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU). Hochschulen, Uniklinika, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Studierendenwerke seien absolut systemrelevant. «Deshalb brauchen wir vom Bund die Klarstellung, dass die Energiepreisbremse auch für diese Einrichtungen greift und sie ohne Ausnahmen zum Kreis der geschützten Kunden zählen.»

© dpa
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