Windkraft und Russland: Millionen Verlust bei Siemens Energy

Wieder Gamesa und Russland noch dazu: Die Probleme für Siemens Energy reißen nicht ab. Das bedeutet erneut einen hohen Verlust für die Münchner. Bei der Gamesa-Komplettübernahme sieht man sich dagegen auf Kurs.
«Siemens Energy»-Logos stehen in der Frankfurter Wertpapierbörse. © Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild

Die spanische Windkrafttochter Siemens Gamesa und Kosten für den Rückzug aus Russland ziehen den Energietechnikkonzern Siemens Energy tiefer in die roten Zahlen. Im dritten Geschäftsquartal - von April bis Juni - häuften sich Verluste von 533 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Im laufenden Jahr beträgt das Minus nun schon gut eine Milliarde. Zudem senkte das Unternehmen auch seine Erwartungen für das Ergebnis im Gesamtjahr. Der Umsatz blieb im abgelaufenen Quartal dagegen stabil bei 7,3 Milliarden Euro.

Die Probleme bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa sorgen nun schon zum fünften Mal in Folge für schlechte Zahlen bei Energy. Das Unternehmen, an dem der Münchner Konzern rund zwei Drittel hält, hatte bereits vergangene Woche tiefrote Zahlen gemeldet. Die Situation sei alles andere als einfach, sagte Konzernchef Christian Bruch. Die Verluste begründete er mit einer schwierigen Marktsituation und «Fehlern in der Vergangenheit».

Um die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, hat Energy vor einigen Monaten die Führung bei Gamesa ausgetauscht. Der vom Mutterkonzern gekommene neue Chef Jochen Eickholt sei dabei zu sanieren - man erwarte nun eine konsequente Umsetzung der Pläne, die auch schmerzhafte Einschnitte beinhalteten.

Zudem will Siemens Energy Gamesa komplett übernehmen und in den Konzern integrieren. Das dafür nötige Angebot werde derzeit von der spanischen Börsenaufsicht geprüft, sagte Finanzchefin Maria Ferraro. Sie erwartet eine Entscheidung in den kommenden Wochen. Insgesamt sei man auf Kurs.

Trotz aller Maßnahmen erwartet Bruch keine schnelle Lösung bei Gamesa. Es werde noch Jahre dauern, bis man bei der Profitabilität da sei, wo man hinwolle.

Zusätzlich litt die sonst solide laufende Sparte Gas and Power im abgelaufenen Quartal unter dem Abbau des Russlandgeschäfts, der einen negativen Sondereffekt von rund 200 Millionen Euro hatte. Der Umbau soll aber bis Jahresende abgeschlossen sein und keine weiteren größeren finanziellen Auswirkungen mehr haben.

Die Instandhaltung für die Turbinen an der Verdichterstation der Gas-Leitung Nord Stream 1 sei von diesem Abbau aber nicht betroffen, betonte Energy-Chef Christian Bruch. Grundsätzlich könne sie weitergehen - sofern dies gewünscht sei. Der Servicezyklus gehe bis 2024. Man sei aber davon abhängig, dass der Kunde sich melde und sage, dass man etwas machen solle.

Zum Streit über die Turbine mit dem russischen Staatskonzern Gazprom und zu möglichen finanziellen Folgen sagte Bruch, dass er keine vertraglichen Risiken sehe. Man könne klar zeigen, «dass wir alles getan haben, damit wir liefern können».

Unter dem Strich erwartet Siemens Energy für das gesamte Geschäftsjahr, das noch bis Ende September dauert, nun auch einen höheren Verlust. Er werde annähernd um die Höhe der Belastungen aus dem Russlandgeschäft über dem Verlust des Vorjahres liegen. Damals hatte er 560 Millionen Euro betragen.

Positiv entwickelten sich dagegen Auftragseingang- und Bestand. Letzterer stieg auf ein Allzeithoch von 93,4 Milliarden Euro.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Europa League: Kurz vor Spiel-Abbruch: Union feiert «getrübten Sieg»
People news
Justiz: Harry und Elton John reichen Klage gegen Zeitungsverlag ein
People news
Gesetz: Rowling-Kritik an Änderung zugunsten von Transmenschen
People news
Royals: Prinz William und Kate besuchen Nordirland
Das beste netz deutschlands
Featured: Gewässerschutz mit IoT: Smarte Boje überwacht Wasserqualität im Bodensee
Auto news
Stolperunfälle: E-Scooter können für Blinde zur Gefahr werden
Reise
Reiserecht: EuGH: Entschädigung auch bei verspäteten Anschlussflügen
Internet news & surftipps
Streaming: Fast jeder Vierte ab 14 nutzt täglich Streaming-Dienste
Empfehlungen der Redaktion
Wirtschaft
Bilanz: Windkraft: Halbe Milliarde Verlust bei Siemens Energy
Wirtschaft
Erneuerbare Energien: Siemens Energy: Wende bei Windkrafttochter dauert länger
Regional bayern
Windkraft: Gamesa drückt Siemens Energy tief in die Verlustzone
Wirtschaft
Industrie: Prognose bei Siemens Energy wackelt wegen Gamesa erneut
Wirtschaft
Erneuerbare Energien: Siemens Energy will Windkrafttochter Gamesa von Börse nehmen
Wirtschaft
Energie: Siemens Energy will Winkrafttochter Gamesa ganz übernehmen
Wirtschaft
Windkraft: Siemens Energy erwägt Komplettübernahme von Gamesa
Wirtschaft
Börse in Frankfurt: Dax steigt - Anleger zu Wochenbeginn optimistisch