Im Bierland Bayern wird wieder mehr Braugerste angebaut

29.06.2022 Die Braugersten-Anbaufläche im Freistaat war zuletzt stark gesunken. Nun gibt es aber wieder mehr Felder mit der Gerste - und das hat ganz aktuelle Gründe.

Eine Braugerstenähre steht auf einem Feld. © picture alliance/dpa/Archivbild

In Bayern wächst wieder mehr Braugerste. Nachdem die Anbaufläche jahrelang zurückgegangen war, ist sie in diesem Jahr gestiegen. Auf rund 90.000 Hektar werde Braugerste angebaut, heißt es vom Bayerischen Bauernverband (BBV). Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 81.600 Hektar gewesen.

Damit liegt die diesjährige Anbaufläche aber immer noch unter der von 2019, als Braugerste auf mehr als 100.000 Hektar gewachsen war. In den 1980er Jahren bauten Bayerns Bauern noch auf mehr als 300.000 Hektar Sommergerste an. Der Freistaat gilt als Bierland - die Maß auf dem Oktoberfest ist weltbekannt, in Oberfranken gibt es eine mutmaßlich einzigartige Dichte an Brauereien.

«Aktuell steht die Braugerste gut bis sehr gut draußen», sagte BBV-Experte Anton Huber.

Ein Anbauschwerpunkt für Braugerste ist Oberfranken. Auch hier werde wieder mehr Braugerste angebaut als im Vorjahr, sagte Martin Schöffel, stellvertretender Vorsitzender des oberfränkischen Braugerstenvereins: «Ich führe dies auf die gestiegenen Marktpreise und den geringen Düngerbedarf zurück.»

Die Düngerpreise waren in den vergangenen Monaten extrem gestiegen, weil das für die Produktion benötigte Erdgas deutlich mehr kostet. Braugerste braucht vergleichsweise wenig Mineraldünger und dürfte deshalb das Interesse der Landwirte neu geweckt haben.

Wie gut die oberfränkische Braugerstenernte in diesem Jahr ausfällt, wird vor allem am Wetter in den kommenden Wochen liegen, wie Schöffel weiter erläuterte. Vieles hänge daran, ob die dringend nötigen Niederschläge in den kommenden Wochen noch kommen.

Vermarktet wird die Braugerste in Oberfranken den Angaben nach über den Agrarhandel - oder es werden direkt mit den ansässigen Mälzereien Verträge geschlossen. Der Hauptteil der oberfränkischen Ernte lande in den hiesigen Mälzereien.

© dpa

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