Trainer-Rüge nach Pokalsieg: «Zu wenig in allen Bereichen»

Hauptsache weiter, lautete der Tenor beim «Club» nach dem 2:0 gegen den Viertligisten Kaan-Marienborn in der ersten Pokalrunde. In der Liga muss wieder mehr kommen. Und einen Lichtblick gibt's trotzdem.
Nürnbergs Johannes Geis trifft per Freistoß zur 1:0 Führung. Rechts daneben steht Schiedsrichter Robert Kampka. © Marius Becker/dpa

Kunstschütze Johannes Geis addierte den großen Derby-Erfolg gegen Fürth einfach noch mal hinzu, um nach der mühsamen Pflichterfüllung des 1. FC Nürnberg im DFB-Pokal auf eine unter dem Strich «geile Woche» zurückblicken zu können. Das maue 2:0 (1:0) des Fußball-Zweitligisten beim Regionalliga-Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn am Freitagabend in Siegen war nämlich keine Leistung, mit der sich die «Club»-Profis brüsten könnten.

«Am Ende sind wir weiter. Das ist, was zählt», resümierte Geis, der mit seinem Freistoß zum 1:0 (45. Minute) die Weichen gestellt hatte. Der späte zweite Treffer von Außenverteidiger Enrico Valentini (84.) beseitigte die letzten Zweifel am Einzug des Favoriten in die zweite Runde, der mit rund 418.494 Euro Prämie auch finanziell sehr wertvoll ist. Ein attraktiver Gegner könnte am 4. September zugelost werden.

Abgesehen vom Ergebnis gab es nicht viel, was Trainer Robert Klauß im dritten Pflichtspiel der Saison zufrieden stimmte. «Wir haben uns das ein bisschen anders vorgestellt», bekannte der 37-Jährige. «Die erste Halbzeit war okay, war seriös. In der zweiten Halbzeit war es zu wenig in allen Bereichen», sagte Klauß deutlich. Typisch Pokal, befand er: «Wir haben nur 1:0 geführt und den Gegner am Leben gelassen.» Darum sei man bisweilen «in die Bredouille gekommen».

Immerhin erledigte Geis seinen Job als präziser Freistoßschütze so erfolgreich wie oftmals im Training. Aus zentraler Position traf der Mittelfeldspieler sehenswert über die Abwehrmauer des Gegners hinweg. «Schön, dass es geklappt hat», meinte der Torschütze und ergänzte: «Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf die Liga.»

Da müssen die Nürnberger Profis wieder zulegen, um in den kommenden Partien gegen die jeweils mit zwei Siegen top gestarteten Gegner Jahn Regensburg, das am Samstag im Pokal den Bundesligisten 1. FC Köln rauswarf, und 1. FC Heidenheim den eigenen hohen Ansprüchen wieder gerecht zu werden. «Es warten jetzt zwei Gegner auf uns, die die ersten beiden Spiele jeweils ohne Gegentor gewonnen haben», mahnte Klauß.

Einen Nürnberger Lichtblick gab es vor den 9500 Zuschauern im Siegener Leimbachstadion, darunter rund 2000 «Club»-Fans, aber schon noch. Angreifer Felix Lohkemper feierte ganz am Ende der Partie ein Kurz-Comeback nach langer Verletzungszeit. «Es freut mich einfach für ihn. Er hat lange darauf hingearbeitet», sagte Klauß: «Jetzt müssen wir einfach gucken, dass wir ihn stabil halten. Dann kann er wieder wertvoll für uns werden.»

© dpa
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