Bayern-Krise: Nagelsmann holt Rat von Weggefährten

Trainer Julian Nagelsmann hat in der Länderspielpause angesichts der Ergebniskrise beim FC Bayern München «viel analysiert», den Rat von Vertrauten eingeholt - aber nicht ans Aufhören gedacht. «Ich hatte keine Rücktrittsgedanken», sagte der 35-Jährige bei der Pressekonferenz am Donnerstag: «Es ging einfach darum, dass ich keine Lust habe, die Spiele nicht zu gewinnen. Weil ich gerne am Pay-Day wieder deutscher Meister werden will.»
Münchens Trainer Julian Nagelsmann steht vor einem Spiel im Stadion. © Tom Weller/dpa/Archiv

Für Platz eins am Saisonende braucht es für den Tabellenfünften aber eine kleine Aufholjagd. Deshalb forderte Nagelsmann für das Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) gegen den ebenfalls kriselnden Champions-League-Club Bayer Leverkusen eine Trendwende nach zuletzt vier sieglosen Spielen in der Bundesliga. «Wir brauchen Punkte, wir brauchen Siege», sagte Nagelsmann: «Ich erwarte, dass wir investieren.» Er sehe viel Potenzial in den Spielern, «was mich extrem positiv in die Zukunft schauen lässt. Und ich weiß, dass wir noch einiges im Köcher haben».

In den vergangenen Tage habe er sich «alle Spiele noch mal angeguckt, viel analysiert». Es hätten sich dabei «keine extrem neuen Erkenntnisse» ergeben, sagte Nagelsmann und sagte: «Wir müssen nicht alles umkrempeln.»

Er habe bei der Analyse auch «viele alte Weggefährten kontaktiert, die einen Blick drauf geworfen haben». Dies habe ihm «den Horizont geöffnet». Auch deshalb sei er «guter Dinge, dass wir gegen Leverkusen ein gutes Spiel machen». Um wen es sich bei den Gesprächspartnern handelte, wollte der Coach auf Nachfrage nicht beantworten.

Nagelsmann gab zudem zu, dass die Kritik nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sei. «Generell nehme ich mir jede Kritik zu Herzen», sagte er: «Dass mich die letzten zwei Wochen total kaltlassen, das wäre gelogen.» Er spüre die persönliche Verantwortung, mit der könne er auch umgehen - aber: «Mir ist auch bewusst, dass ich nicht für alles verantwortlich bin. In den letzten zwei Wochen ist mein Name schon inflationär gefallen - und wenig andere Namen.»

Er wisse, «dass ich den Spielern immer klare Abläufe an die Hand gebe und auch ordentlich mit ihnen umgehe». Auch deswegen schlafe er «identisch wie die Wochen davor auch». Fußball sei seine Leidenschaft, «er definiert mich aber nicht als Mensch oder mein Lebensglück».

© dpa
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