Wahrscheinlich wieder Wolf von Auto erfasst

Das Auto scheint - bezogen auf Todesursachen - der größte Feind hiesiger Wölfe zu sein. Fast ein halbes Dutzend Wölfe aus Bayern sind binnen eines guten halben Jahres im Verkehr gestorben. Gerade hat es wahrscheinlich wieder einen erwischt.
Zwei Wolfswelpen stehen auf einem Feld. © Torsten Beuster/-/dpa/Symbolbild

Erneut ist wahrscheinlich ein Wolf in Bayern von einem Wagen erfasst worden und getötet worden. Ein 18-jähriger Autofahrer war am frühen Sonntag mit seinem Fahrzeug in der Nähe von Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land) unterwegs, als ihm ein Tier vors Auto lief, wie die Polizei mitteilte.

Bei dem getöteten Tier handelt es sich - nach ersten Erkenntnissen eines hinzugezogenen Jägers - mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Wolf. Die Fachbehörden seien verständigt; sie werden weitere Untersuchungen durchführen.

Deutschlandweit starben im Monitoringjahr 2020/21 von 138 tot aufgefundenen Tieren 99 auf der Straße beziehungsweise Schiene, erläutert das Landesamtes für Umwelt (LfU) auf seiner Internet-Seite.

Allein im vergangenen Dezember kamen im Freistaat nach Angaben des Landesamtes für Umwelt drei Wölfe so zu Tode - darunter am 1. Dezember ein Jungwolf und am 13. Dezember der Vater dieses Tieres. Zudem war am 5. Dezember im Landkreis Nürnberger Land ein weiblicher Jungwolf tot an Bahngleisen gefunden worden.

Für Schlagzeilen sorgte im Januar das juristische Tauziehen um einen Wolf, den die bayerischen Behörden zum Abschuss freigegeben hatten - Naturschützer wollten dies in einem gerichtlichen Eilverfahren verhindern. Doch als beide Parteien noch darum stritten, ob der Wolf abgeschossen werden dürfe, lebte das Tier schon nicht mehr. Der Wolfsrüde aus dem südöstlichen Oberbayern war in der Zwischenzeit nach Tschechien gewandert und dort überfahren worden. Er hatte den Gencode GW2425m und konnte so eindeutig identifiziert werden.

Das Tier hatte einen erbitterten Streit zwischen Wolfs-Befürwortern, Almbauern und den Behörden ausgelöst. Der Wolf hatte in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land vom 13. bis 19. Dezember 2021 mehrfach in der Nähe von Siedlungen Tiere gerissen hatte. Wölfe sind streng geschützt und dürfen nur in wenigen Ausnahmefällen abgeschossen werden.

© dpa
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