Mord auf Radweg: Auch nach zwei Jahren keine Spur vom Täter

Es war ein brutales Verbrechen: Vor zwei Jahren starb ein junger Mann nachts auf einem Radweg in Bayreuth. Wer hat ihn ermordet? Die Polizei setzte auch auf eine ungewöhnliche Aktion, um diese Frage zu beantworten. Bislang allerdings vergeblich.
«Daniel» steht auf einem Holzkreuz und erinnert an den 24-Jährigen, der auf dem Radweg starb. © Gregor Bauernfeind/dpa/Archivbild

Auch zwei Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines jungen Mannes in Bayreuth ist der Fall noch ungelöst und es gibt keine neuen Spuren. Zum Jahreswechsel sei die «Soko Radweg», in der zeitweise rund 30 Beamtinnen und Beamte gearbeitet hätten, aufgelöst worden, sagte Alexander Czech, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Die Ermittlungen liefen nun bei der Kripo in Bayreuth. Der Personaleinsatz variiere «je nach Ermittlungsaufwand». Der Großteil der bisherigen Ermittlungsansätze sei jedoch «abgearbeitet und durchermittelt».

In der Nacht vom 18. auf 19. August 2020 wurde der 24 Jahre alte Mann, der auf einem Radweg unterwegs war, mit einem Messer angegriffen und «mit absolutem Tötungswillen» umgebracht, wie die Polizei damals erläuterte. Ein Profiler der Kriminalpolizei erstellte zwei mögliche Täterprofile: Denkbar ist demnach, dass der Täter im Rahmen einer «psychischen Auffälligkeit» handelte oder mit der Tat eine Tötungsfantasie umsetzte. Der wohl männliche und ortskundige Täter habe sich anscheinend «ein für ihn austauschbares Opfer» ausgesucht. Am Radweg erinnert ein Holzkreuz mit der Aufschrift «Daniel» an das Mordopfer.

Um dem Täter auf die Spur zu kommen, wurde der Fall bereits zweimal in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» gezeigt. Und die Polizei griff zu einem ungewöhnlichen Mittel: Im Sommer vor einem Jahr stellte sie in der Nähe des Tatorts an einer Straße ein riesiges Plakat auf. Es zeigte ein Foto des 24-Jährigen. Daneben stand der Satz: «Wer hat mich hier ermordet?»

Doch auch diese Idee, die mit Einverständnis der Familie umgesetzt wurde, brachte keinen Durchbruch. Weit über 1800 Vernehmungen sind in dem Fall durchgeführt worden, rund 400 Hinweise aus der Bevölkerung hat die Polizei überprüft. Zudem wurden Fälle gecheckt, die Parallelen zur Bayreuther Tat aufwiesen.

Dass in Ermittlungen zu Mordfällen auch viele Jahre nach der Tat noch Bewegung kommen kann, zeigen zwei Beispiele aus Unterfranken: Vor 17 Jahren starb die Unterfränkin Simone Strobel in Australien eines gewaltsamen Todes. Nun ist kürzlich ihr damaliger Freund, der in Australien lebt, wegen Mordverdachts festgenommen worden. Inzwischen ist er gegen Kaution wieder frei.

Im Fall des 1990 getöteten Jugendlichen Klaus Berninger aus dem Landkreis Miltenberg verfolgen die Ermittler inzwischen mehrere neue Spuren. Im Mai wurde der Tatort noch einmal untersucht. Zeugenaufrufe und Fahndungsplakate lieferten rund 100 Hinweise aus der Bevölkerung. Das Landeskriminalamt hat eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Die Leiche des 16 Jahre alten Bäckerlehrlings aus Wörth war Ende 1990 in einem Wald gefunden worden.

© dpa
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