Nach Zugunfall letzter Waggon von Unglücksstelle weggebracht

Wie ein unübersehbares Mahnmal standen die Lok und ein letzter Waggon auch eineinhalb Wochen nach dem Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen noch auf den Gleisen, direkt neben der Bundesstraße in die beliebte Ausflugsregion. Nun ging die Bergung voran.
Nach dem Zugunglück mit Toten und Verletzten wird die Bergung der letzten Zugteile durchgeführt. © Angelika Warmuth/dpa

Nach dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen geht die Bergung letzter Zugteile weiter. Mit einem Schienenkran ist am Mittwoch nach Angaben der Deutschen Bahn zunächst ein Waggon von der Unfallstelle weggezogen werden. Dafür seien die Gleise provisorisch instand gesetzt worden. Nun sei die Bergung der Lokomotive geplant, sagte ein Sprecher am Nachmittag. Diese müsse mit dem Kran wieder auf die Gleise gesetzt werden. Wann genau das geschehen soll, war noch unklar.

Am Mittag des 3. Juni war ein Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München entgleist. Vier Frauen und ein 13-Jähriger aus der Region starben. Fast 70 Menschen wurden verletzt, 16 davon schwer und 52 leicht. Erst am Sonntag hatte die Polizei diese neuen Zahlen veröffentlicht. Eine Frau befand sich weiter in einem kritischen Zustand. Unter den Toten sind auch zwei Frauen aus der Ukraine, die mit ihren Kindern vor dem Krieg geflohen waren.

Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Im Fokus steht eine technische Ursache. Fahrgestelle der bereits geborgenen Waggons, Schienen und andere Gleisteile wurden sichergestellt. Sie lagern, bewacht von Polizei, an einem Platz unweit der Unfallstelle.

Eine rund 50 Mitarbeiter starke Sonderkommission «Zug» wurde zusammengestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung gegen drei Bahn-Mitarbeiter.

Dutzende Fahrgäste sowie Bahnmitarbeiter wurden als Zeugen vernommen. Die Ermittler suchten per Hinweistelefon noch bis Mittwoch unter anderem Fahrgäste aus dem Unglückszug, die bisher noch keinen Kontakt zur Polizei hatten. Zudem riefen die Beamten Zeugen auf, Bilder und Videos für die Ermittlungen zur Verfügung zu stellen. Dazu sei ein eigenes Upload-Portal geschaltet.

Am Samstag hatten die katholische und evangelische Kirche mit Angehörigen, Rettern und Einheimischen in Garmisch-Partenkirchen einen Trauergottesdienst gefeiert.

© dpa
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