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Apotheken aus Protest geschlossen: Demo in Stuttgart

Viel Bürokratie, wenig Vergütung: Die Apotheker ächzen und klagen und gehen mit ihrem Protest auch auf die Straße. «Apotheken stärken. Jetzt» fordern sie - und machen für einen Tag zu.
Apotheke
Ein Apothekenzeichen ist am Eingang einer Apotheke angebracht. © Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Tausende Apothekerinnen und Apotheker aus Bayern und Baden-Württemberg haben am Mittwoch ihre Geschäfte geschlossen und in Stuttgart mit einem Pfeifkonzert und Parolen gegen die Gesundheitspolitik des Bundes protestiert. Auf weißen Warnwesten forderten sie mit der Aufschrift «Apotheken stärken. Jetzt.» vor allem ein Ende der aus ihrer Sicht ausufernden Bürokratie, der anhaltenden Lieferengpässe und einer bereits lange andauernden Unterfinanzierung. Notapotheken hatten nach Angaben der Landesapothekerverbände trotz des Protesttags geöffnet.

Mit 20 Bussen reisten Apothekerinnen und Apotheker aus Bayern nach Stuttgart. Ausgestattet mit Plakaten und Trillerpfeifen machte die Branche dort ihrem Ärger Luft. «Heute geschlossen: Wir streiken, weil Karl lügt», hieß es unter anderem, «Mach deinen Job. Arbeiten statt Twittern, Herr Lauterbach» und «Heute Apotheke light, morgen Apotheke weg».

Der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbands, Hans-Peter Hubmann, forderte, die Honorare an die Inflation anzupassen. «Der wirtschaftliche Druck auf die Apotheken wird immer größer, und die Lage der Apotheken ist sehr angespannt», sagte Hubmann. Zehn Prozent der Apotheken schreiben demnach rote Zahlen. «Der Rückgang der Apothekenzahl muss endlich gestoppt werden, um auch künftige Generationen sicher, schnell und kompetent mit Medikamenten zu versorgen.»

Nach Angaben des Verbands gibt es in Bayern aktuell 2820 öffentliche Apotheken - rund 500 weniger als vor zehn Jahren. «Wir erleben einen sehr deutlichen Apothekenschwund», betonte Hubmann. Davon seien nicht nur ländliche Regionen betroffen, auch an den Stadträndern gebe es das Problem.

Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) unterstützt die Forderungen der Apothekerinnen und Apotheker. Die Festzuschläge müssten erhöht werden. Ein entsprechender Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz liege vor, nun sei die Bundesregierung am Zug. «Anstatt die berechtigten Anliegen der Apothekerinnen und Apotheker aufzugreifen, gefährdet Bundesgesundheitsminister Lauterbach die bewährten Apothekerstrukturen in Deutschland», sagte Gerlach.

Bereits am vergangenen Mittwoch hatten in Westdeutschland viele Apotheken geschlossen. Begonnen hatte der Protest-Monat am 5. November in Hannover mit einer zentralen Kundgebung für Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Kundgebung in Stuttgart wollen Apothekerinnen und Apotheker am 29. November auch in Dresden zusammenkommen, begleitet von Schließungen in Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.

© dpa
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