Klimaaktivisten kündigen Autobahnblockaden in München an

Nach einer Serie von Straßenblockaden und Festklebe-Aktionen in München bleiben 15 Klimaaktivisten der Gruppe «Scientist Rebellion» vorerst in Polizeigewahrsam. Zur Gefahrenabwehr würden sie auf richterliche Anordnung längstens bis Freitag festgehalten, um weitere, bereits angekündigte Aktionen zu verhindern, sagte ein Polizeisprecher am Montag.
«Öl sparen statt bohren» steht auf der Hand einer Demonstrantin der Gruppe «Letzte Generation», die sich auf dem Asphalt festgeklebt hat. © Paul Zinken/dpa/Symbolbild

Die Gruppe «Letzte Generation» drohte für die kommenden Tage Autobahnblockaden rund um München an. Bayern stehe symbolisch für das Klimaversagen Deutschlands; die Bundesregierung versage «und führt uns damit in die Vernichtung», erklärte die Gruppe: «Der Widerstand fängt gerade erst an.»

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, jeder dürfe sich für den Klimaschutz engagieren und friedlich demonstrieren. Aber Autobahnblockaden seien eine Zumutung für betroffene Bürger und zudem «lebensgefährlicher Wahnsinn»: Die Blockierer gefährdeten sich selbst sowie Unbeteiligte durch die Gefahr schwerer Auffahrunfälle am Stauende. «Das sind keine «Klimaaktivisten», das sind Straftäter, die sich nicht um Recht und Gesetz scheren.»

Ein Dutzend «Scientist Rebellion»-Aktivisten aus Frankreich, Spanien, Italien und anderen Ländern hatten am Samstag sechs Autos in der BMW-Welt beschmiert und sich an einem Auto festgeklebt. Die Gruppe hat nach eigenen Angaben weltweit 1000 Mitglieder und fordert ein Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen, die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets und einen Schuldenerlass für den globalen Süden. Ein Sprecher der Gruppe sagte, es sei bereits die fünfte Aktion in München innerhalb einer Woche gewesen. Die meisten Teilnehmer der Aktion bei BMW seien an fast jeder Aktion beteiligt gewesen. Zehn müssten jetzt bis Freitag in Polizeigewahrsam bleiben, die anderen Festgenommenen würden im Laufe der Woche freigelassen oder seien bereits wieder frei.

BMW schätzt den Schaden an den Autos auf mehrere zehntausend Euro und zeigte die Täterinnen und Täter wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs an. Weil bei der Aktion auch missbräuchlich Feueralarm ausgelöst worden war, hatten alle Besucher die BMW-Welt am Samstag verlassen müssen.

© dpa
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